Studie behauptet: Stockholm-Syndrom bei Apple-Nutzern

Telekommunikation   Admin Stefan Koch    14.12.2009, 20:41 Uhr  

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Laut einer Studie der dänischen Firma Strand Consult weisen Apple-Nutzer Anzeichen des Stockholm-Syndroms auf. Dieses Snydrom besagt, dass sich Opfer sich mit den Tätern einer Straftat identifizieren können und somit ihre Handlungen möglicherweise im Nachhinein rechtfertigen.

In der Studie wurden Apple-Nutzern dazu Probleme des iPhones aufgezeigt, welche diese entweder als Vorteile hervorhoben oder nicht anerkennen wollten. Dabei muss allerdings beachtet werden, inwiefern die Fragen wirklich repräsentativ sind. Auf die Behauptung hin, dass Apple nur die Installation ausgewählter Programme zulasse, stellt der Studienleiter Folgendes als schlechte Antwort heraus:

"This is good, because Apple thereby ensures that you do not get inferior programs on your phone."
Strand Consult

Es zeigt sich bereits hier, dass man über die Korrektheit mancher Antworten, die Strand Consult als falsch tituliert, durchaus streiten kann. Insgesamt stellt sich die Frage, ob man ein rechtfertigendes Verhalten nicht bei allen Produkten erkennen kann, die eine gewisse Fanbasis unter sich haben.

Quellen und weitere Informationen:
heise.de
strandreports.com

Kommentare/Trackbacks lesen

1) Admin Matthias Schleusener schrieb am 14.12.2009 um 22:56 Uhr:

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...^^

2) BPhoenix schrieb am 14.12.2009 um 23:25 Uhr:

Haha, ich lach mich kaputt.

Zu einem gewissen Teil mag das vielleicht auch überall anders so sein (Mac, Burger, Nvidia, Ati, Intel, AMD, Microsoft, Linux, usw.) aber ich denke, dass dieses Verhalten besonders groß ist wenn das jeweilige Produkt überall gehyped wird und Appleprodukte sind wohl die mit dem größten Hype / Leistungsfaktor und somit denke ich, dass es wohl wirklich auf Appleprodukte am stärksten zutrifft. Besonders wenn ich an so manche Applenutzer denke die wirklich jeden Blödsinn hochhypen den es meistens so oder so ähnlich auch wo anders gibt oder aber eklatante mängel schön reden...

3) parn schrieb am 15.12.2009 um 09:06 Uhr:

Ich persönlich bin durchaus geneigt der Studie zu glauben. Den genannten Beispielpunkt würde ich auch eher als schlecht bewerten, da dies einem auch die Möglichkeit nimmt gute, aber nicht zugelassene Programme zu verwenden.
Ansonsten kann ich BPhoenix nur zustimmen. Jemand der von dem Positiven einer Sache überzeugt ist, tut sich im Allgemeinen schwer das Gegenteil zu akzeptieren, dies ist fast überall so (man denke hier nur einmal an die klassische "Windows gegen Linux"-Diskussion).
Gerade bei Apple-Produkten habe ich nie verstanden, was dort so Besonderes dran sein soll. Wesshalb sollen die ersten iPods besser gewesen sein als ein herkömmlicher Mp3-Player?

4) Admin Funatiker schrieb am 15.12.2009 um 17:38 Uhr:

Kurz und knapp: Niemand kann mir erzählen, dass ein mp3-Player besser wird, wenn man ihn an ein bestimmtes Musikverwaltungsprogramm bindet.

Ich kann der Bewertungs des Beispiels, die im Artikel vorgenommen wird, nicht zustimmen. Das Argument der Apple-Fanboys ist ein sehr schwaches. Nach dem gleichen Schema könnte man für allgemeine (staatliche) Zugangskontrolle an allen Häusern plädieren, um kriminelle Personen oder gefährliche Gegenstände vom Haus fernzuhalten.

Das Fazit der Studie ist jedoch in meinen Augen das falsche. Das Stockholm-Syndrom ist durch emotionale Bindung gekennzeichnet. Das ist bei Produkten und Marken nicht der Fall. Hier ist eher von kognitiver Dissonanz zu sprechen. -> http://ur1.ca/hwtl

5) Admin Stefan Koch schrieb am 15.12.2009 um 21:01 Uhr:

Es mag zwar ein schwaches, aber für manche Benutzer durchaus sinnvolles Argument sein. Wenn ich mir ansehe, wie leicht sich manche Leute Würmer und Viren einfangen, weil sie jeden Schrott installieren, dann kann ich mir schon vorstellen, dass diese eine Vorselektion sinnvoll finden. Es geht mir hier insofern nicht darum, ob eine Sache aus meiner Sicht gut oder schlecht ist, sondern für den Konsumentenkreis gut sein kann - und hier sehe ich es bei einer Vorselektion gegeben, denn manche Kunden wollen einfach lieber mehr Sicherheit statt mehr Auswahl.
Solange das auf einem funktionierenden Markt der Fall ist, ist das auch vollkommen in Ordnung. Insofern ist es eben nicht mit der Politik zu vergleichen, da diese verbindlich für alle eingreift.

Ich selbst nutze keine Apple-Produkte, was Apple allerdings laut brand eins (12/09) erkannt hat, ist es, die harten Wechselkosten richtig einzusetzen. Dadurch, dass Apple für ihre Tools Schnittstellen zu ihren anderen Tools anbietet, sorgen sie dafür, dass der Kunde bei bereits einem vorhandenen Produkt eher zu einem weiteren Apple-Produkt greift, da der Aufwand bei einem Konkurrenzprodukt höher wäre.

Allerdings erhöht diese Marketingpolitik zugleich auch die Einstiegsschranke für einen anderen Konsumentenkreis, der eben nicht auf diese Markenbindung eingehen will.

Letztlich sehe ich es allerdings so, dass Apple es geschafft hat, gerade bei den Konsumenten, die sich weniger über Qualität informieren, sondern eher intuitiv kaufen, einen wichtigen Markt zu erreichen, indem sie sich selbst als Firma mit weißer Weste präsentieren und einen Hype auf ihre Produkte erreicht haben.

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