In2Games kopiert Wii Konzept für PlayStation 2 Es war doch schlicht und ergreifend abzusehen, irgendwann musste ein Hersteller ja das erfolgreiche Konzept von Nintendo namens „Wii” abkupfern und für eine bisher bestehende Konsole auf den Markt bringen. Nun ist es soweit und Peripheriehersteller In2Games wagt diesen Schritt, nimmt Konzepte von Steuerung sowie bekannten Spielen und bringt für die PlayStation 2 nun eine voneinander abgetrennte Spieleserie heraus, die sich „RealPlay” schimpfen wird. Unverblümt gibt In2Games-Chef Elliott Myers mit zu, dass „das RealPlay Angebot direkt auf die PlayStation 2 Besitzer abzielt, welche kabellos bewegungsgesteuerte Games haben wollen, ohne Geld für eine neue Konsole verpfeffern zu müssen.” Zu der RealPlay-Serie gehören natürlich die Sportarten Tennis, Golf und Bowling, welche bereits beim sogenannten „Wii Sports Bundle” mit dem beigelegten Titel „Wii Sports” gespielt werden können. In2Games nennt diese dann sinnvoller und innovativer Weise „RealPlay Tennis”, „RealPlay Golf” und „RealPlay Bowling”. Mit jedem Titel wird das passende Spielgerät ausgeliefert, welche doch stark dem von Bigben Interactive für die Wii hergestellten „SportActive Accessories” (Sport Kit) gleicht. Zudem gibt es ein „RealPlay Racing”, welches wohl an das Rennspiel „Need for Speed: Carbon” erinnern soll und mit dem mitgeliefertem Lenkrad gefahren werden wird. Da ist es nicht verwunderlich, wenn dieses dann an Bigbens „Wii Drive Accessories” (Wii Wheel) erinnert. Die wohl einzigen Neuerungen und Innovationen mit beigelegtn Peripherien werden das Denkspiel „RealPlay Puzzlesphere” und „RealPlay Pool”. Kleine Parallelen zum für die Wii erschienenen Spiel „Super Monkey Ball: Banana Blitz” kann man dem Konzept von „RealPlay Puzzlesphere” andichten. Unter http://www.myrealplay.com/ kann man die neuen „Innovationen” von In2Games schon bestaunen sowie ein angebliches Promotin Video downloaden, welches dann auf eine nicht existierende Seite linked. Dabei fällt natürlich gleich die verblüffenden Ähnlichkeiten der Webseite und der Art der Trailer auf. In den offiziellen In2Game News kann man folgende Nachricht lesen. In dieser wird berichtet, dass RealPlay 34,99£ kosten (rund 50€) und pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in britischen Läden stehen soll. Wann und ob die Peripherie- und Spielekopie für die PlayStation 2 über den großen Teich zu uns kommt bleibt abzuwarten, über neue Termine ist dementsprechend noch nichts bekannt. Man kann gespannt sein wie sich die entsprechenden Rechtsabteilungen von Nintendo und Bigben Interactive verhalten werden und ob es evtl. zu rechtlichen Schritten reichen kann. Immerhin kopiert In2Games ganze Peripherien, Spiele und das ohne neue Ideen zu entwickeln.
Kommentare/Trackbacks lesen1) bmk schrieb am 05.9.2007 um 07:37 Uhr:
Also ich verstehe die Aufregung hier eigentlich überhaupt nicht.
Natürlich ist das, was hier unter "Realplay"vertrieben werden soll, nichts Neues. Aber zeigt und nicht gerade das, wie gering die Innovation von Nintendo war? War es wirklich so überraschend, dass nach den vielen überragenden Eingabegeräten für Spieleconsolen irgendwann eine drahtlose Steuerung kommt? Und wenn man schon sowas macht, dass man diese neue Freiheit durch Positionsbestimmung gleich nutzt, um ein entsprechendes Spielekonzept herauszubringen? (Und wen überrascht es noch, dass hier diverse Sportarten den Anfang machen??)
Aus meiner Sicht war diese ganze Entwicklung höchst Absehbar. Der ganze Rummel um die Wii ist meiner Einschätzung nach völlig überbewertet - und wie wenig tatsächlich einzigartig die Sache ist, erkennt man schon daran, wie schnell es kopiert werden kann.
Nichts aufregendes also, die Wortwahl "dreist" finde ich unangebracht. | 2) Oman schrieb am 05.9.2007 um 08:48 Uhr:
naja meinem vorredner kann ich mich da nicht anschließen...
das es sich dabei um das aufspringen auf einen fahrenden zug handelt is doch wohl klar... Sony hat sowas nicht also würden die Kunden zur konkurenz gehn... und das findet sony bestimmt net schön ;)
meiner ansicht nach klaut sony einfach nur die idee... ich denke sony hätte sich damals auch beschwert wenn jemand itoy geklaut hätte...
| 3) Shadow schrieb am 05.9.2007 um 09:49 Uhr:
Nintendo war schon immer sehr innovativ und hat videospiele bereits öfter revolutioniert! absehbar war die sache leider dennoch.... wär ja nicht das erste mal, dass eine gute idee nintendos übernommen wird. bei wahrer innovation kommt es auch nicht darauf an ob jemand anderes es auch hätte tun können, sondern wer es tatsächlich getan hat :) (siehe: "das ei des kolumbus") | 4) Brati schrieb am 05.9.2007 um 10:16 Uhr:
Als Nintendo Fan fand ich es immer schlimm zu sehen, dass Spiele, die früher für die SNES verfügbar waren, plötzlich zur Sony PS abgewandert sind (z.B. Final Fantasy). Natürlich ist das eine Entscheidung des Herstellers und wahrscheinlich war Square Enix hier die PlayStation lieber. Aber das nur als subjektive Ansicht nebenbei.
Insgesamt kann ich diese Kopie aus zwei Richtungen betrachten:
- man sollte Innovationen nicht so stark schützen und sich selber ranhalten, diese zu verbessern, denn solange der Konkurrent immer nur kopiert, ist er einen Schritt hintendran und man selbst wird gewinnen
- eine Idee von Nintendo wird hier einfach übernommen und somit wahrscheinlich starke Einbußen bei Nintendo hervorgerufen, ohne großen eigenen Entwicklungsgeist der Kopierenden
Zu welcher der beiden Möglichkeiten ich nun stehen soll, weiß ich leider nicht. Des Fortschritts Willen wäre mir die erste Möglichkeit lieber, doch der Rechtsbürger in mir sagt, dass die Rechte bei Nintendo liegen. | 5) bmk schrieb am 05.9.2007 um 10:41 Uhr:
@Oman: Ich glaube nicht, dass sie hier die *Idee* geklaut haben. Hätte Nintendo das Ding nicht produziert, hätte es jemand anderer. Wenn ich zurückdenke an meine Kindheit, wie ich mit Freunden darüber geschwärmt habe, wie cool es nicht wäre, mit einem Schwert vorm PC herumzufuchteln und Monster zu killen, müsste man eigentlich sagen, dass *wir* vor 15 Jahren die Idee gehabt haben. So viel dazu. Also "neu" ist das ja wirklich nicht.
Was du beschreibst, ist der ganz normale Markt: Jemand erfindet etwas, andere ziehen mit, und daraus entwickelt sich ein neues Produkt-Segment.
@Shadow: Du schreibst: "bei wahrer innovation kommt es auch nicht darauf an ob jemand anderes es auch hätte tun können, sondern wer es tatsächlich getan hat." Das ist so einfach falsch. Das Amerikanische Patentrecht geht zwar (leider) in die Richtung, aber das macht die Aussage nicht richtiger.
@Brati: Stimmt, die Rechte liegen natürlich bei Nintendo. Zumindest sehr wahrscheinlich. Sony hat also entweder schon einen ganzen Haufen an Lizenzgebühren gezahlt, oder es steht ein nicht unscheinbarer Patentrechtsstreit an, der Nintendo sicherlich einiges bringen wird. | 6) bmk schrieb am 05.9.2007 um 11:15 Uhr:
Ich nochmal.
Man sollte hier auch besser zwischen "Invention" (der tatsächlichen Erfindung) und "Innovation" (im Sinne von Fortschritt, Weiterentwicklung des Marktes) unterscheiden.
Ganz im Sinne von "Wär hatts ärrfunden?" war die Invention sicherlich die von Nintendo. Und hier muss ich Shadow widersprechen: Alleine bei der Invention, nicht bei der Innovation, kommt es drauf an, wer zuerst da war. Wer's zuerst erfindet (und beim Patentanwalt hinterlegt), hat gewonnen. Wie groß der Marknutzen einer Erfindung ist, ist zu dem Zeitpunkt völlig unerheblich.
Worauf ich aber eigentlich hinauswill, ist, dass die Innovation gar nicht so groß war, weil eben die Tendenz des Marktes (meiner Meinung nach) ohnehin in diese Richtung ging und es nur noch eine (sehr kleine) Frage der Zeit war.
Im Blog von Techdirt.com wird regelmäßig auf den meist sehr großen Unterschied zwischen Invention und Innovation hingewiesen. Leider fußen unsere Patentrechte (und das amerikanische sowieso) eher auf dem Begriff der "Invention", als der reinen Erfindung:
Wenn ich etwas erfinde, kann ich das patentieren lassen, unabhängig davon ob der Markt von meiner Erfindung etwas hat. Andererseits, wenn ich zwar nichts Neues erfinde, aber aus schon Vorhandenem etwas Geniales mache, das dem Markt (soll natürlich heißen: den Benutzern) was bringt, dann ist diese Innovation meistens kaum patentierbar. Ganz im Gegenteil: Ich muss denen, die meine Einzelteile erfunden haben, sogar noch etwas zahlen, obwohl deren Erfindungen für die Benutzer und den markt möglicherweise bisher völlig unbrauchbar waren. Bravo. | 7) Marko Stange schrieb am 05.9.2007 um 12:55 Uhr:
Jeder darf hier seine Meinung frei äußern, in Wii Communitys kommt das sicher nicht gut an und ich besitze selbst eine Wii um genau diesen Spielspass mit anderen zu erleben und habe deshalb auch teuer investiert.
Jetzt kopiert eine Billigfirma das komplette, wenn auch nicht soo neue Konzept, ein Glück das sie einfach nur Rotz zustande gebracht haben (siehe Games Convention). Die Spiele sollen Müll sein und das Equipment einfach nur billig verarbeitet, die Webpräsenz ist zudem fehlerhaft.
Für mich ist In2Game gewaltig auf die Schnauze gefallen und in meinen Augen einfach nur lachhaft. Lest euch mal http://www.in2games.uk.com/corporate/news-item.php?newsid=16 durch und übersetzt euch den Text. Ich kam aus dem Lachen nicht mehr raus! In2Game preist ihre Kopie als "ach soo tolle Neuerung und Revolution" an. Sorry, aber das ich lächerlich! | 8) bmk schrieb am 05.9.2007 um 13:29 Uhr:
@Marko Stange: Sorry, ich wollte niemanden in seiner Meinung beschränken. Ganz im Gegenteil: Je mehr konträre Meinungen zusammenkommen, desto spannender - und sinnvoller - wird die Diskussion!
Was deine Kritik am Werbetext betrifft: Aber das macht doch jeder so: Selbst wenn heute ein neues Navigationsgerät fürs Auto rauskommt, wird es als die größte Innovation seit es das Autofahren gibt dargestellt. Alleine wenn man sich die Werbungen am Waschmittelsektor ansieht, kann man eigentlich nur vergleichen, wie viel "weißer" nicht alle gleichzeitig waschen. Da ist jeder natürlich immer der Beste.
Dass du jetzt grollst, weil du in teures Equipment investiert hast, und nun ein Billiganbieter ähliches vertreibt, verstehe ich. Aber so ging es auch den ersten Auto-Käufern, den ersten TFT-Monitor-Käufern und den ersten Flatscreen-TV-Käufern. Wer vor wenigen Jahren Surround-Sound daheim haben wollte, musste ein paar tausend Euro (bzw. damals Schilling/Mark) hinplättern. Heutzutage bekommt man um wenige hundert Euro gute Qualität.
Der einzige Unterschied ist, dass die neueren Technologien eine wesentlich kürzere Zeit benötigt, um von Konkurrenten eingeholt zu werden. Hier ist die Spanne nicht im mehr-Jahres-Bereich, sondern im wenige-Monate-Bereich.
Aber auch daran würde ich meinen, kann man erkennen, wie gering die tatsächliche Erfindungsleistung der einzelnen Unternehmen ist. Wenn ich heut etwas erfinde, was drei Monate später ein anderer auch schafft, kann die Erfindung nicht so spektakulär gewesen sein...
Falls es aber tatsächlich so ist, wie du sagst, dass das "neue" Sony-Produkt qualitativ wesentlich schlechter ist, dann wird sich das am Markt sowieso selbst regulieren. Wozu also die Aufregung...? ;-) | 9) Marko Stange schrieb am 05.9.2007 um 15:57 Uhr:
Aufregung? Ist bei mir nicht vorhanden, ich weiß wie schlecht es ist und mache mir keine Sorgen. In2Games kann es rausbringen, die Resonanz wird sie erdrücken. Im playWii.de Blog und deren News Bereich habe ich den selben Artikel eingestellt (mit Hinweis auf nexem.) und die reagieren mit Ablehnung.
Zudem kommt ja das man für jedes Spiel nen extra Controller braucht, ist denke ich ein Manko. Dazu kommt die schlechte Grafik und die alten Konzepte, mal sehen wen das noch für 50 Euro+ vom Hocker reißen wird. Ich denke In2Games geht zurecht ein!
P.S.: Ivk bins der Mole ;)! | 10) brott schrieb am 05.9.2007 um 16:18 Uhr:
Naja, da sich auf nem WII-Blog fast ausschließlich WII-Fans treffen, wundert mich die Ablehnung nicht wirklich :-) | 11) Marko Stange schrieb am 05.9.2007 um 17:50 Uhr:
Es sollte auch eine generelle Ablehnung gegen solche Sachen geben, sorry aber so was kann ich nicht gut heißen. Das ist so, als wenn jemand unsere News 1:1 kopiert, nen paar 5 Wörter ändert und es als sein neues Wunderprodukt verkauft! Ich bin gegen Faker und In2Games hat verschi*****. | 12) stg schrieb am 06.9.2007 um 11:29 Uhr:
Ich denke auch, dass der Wii-Blog möööglicherweise *etwas* einseitig ist ;-) Vielleicht sollte man auch den Sony-Blog zu Wort kommen lassen!
| 13) Marko Stange schrieb am 07.9.2007 um 00:52 Uhr:
Man sollte alle zu Wort kommen lassen, was ich auch gerne tuhe. Nur stehe ich einfach nur skeptisch und ablehnend diesem "Fake" gegenüber und das nicht, weil ich ein Wii Spieler bin. | 14) mister_L schrieb am 07.9.2007 um 09:48 Uhr:
völlig unerheblich wer hier schon ähnliche ideen hatte wie nintendo und ob die entwicklung solcher controller "zwangsläufig" war. fakt ist, nintendo hat das erste produkt dieser art entwickelt und produziert. wenn ein wettbewerber abkupfert und somit einen großteil der entwicklungskosten "einspart" wird das eine firma wie nintendo kaum tolerieren. ich denke da wird – hoffentlich zu recht – nach allen regeln der kunst verklagt.... an alle, die meinen, es sei ein "normaler" vorgang, wenn andere fimen auf dieses weise auf einen fahrenden zug springen sei ein nachhlfekurs in wettbewerbsrecht bzw. gewerblichem rechtsschutz empfohlen! | 15) bmk schrieb am 10.9.2007 um 12:57 Uhr:
@mister_L: Du missverstehst offensichtlich, wozu ein Patent dienen soll: Patente sind ursprünglich dazu erschaffen worden, um einen zusätzlichen Anreiz zu bieten, etwas zu erfinden.
Patente sind definitiv *nicht* dazu da, jemandem die völlige Kontrolle über eine Idee zu geben, deren Besitz er als erster proklamiert. Dafür war das Patentrecht nie gedacht.
Dass durch die momentane Vorgehensweise vor allem im amerikanischen Bereich das Patentrecht immer mehr in diese Richtung driftet, ist mehr als schade und sollte sehr argwöhnisch betrachtet werden.
Am Deutlichsten wird es bei Dingen, die zeitnah von völlig getrennten Firmen "erfunden" werden. Obwohl aus der Tatsache selbst schon völlig klar sein müsste, dass die Erfindung nichts so Neues sein kann, hat derjenige Glück, der die Idee einen Tag früher anmeldet. Warum sollte der andere, der ja die selbe Erfindung auch erfunden hat, hier durch die Finger schauen und - noch schlimmer - dafür zahlen müssen?
Aus der Wirtschaft tönt es immer, dass ohne Patente eine Weiterentwicklung nicht möglich wäre. Daweil ist genau das Gegenteil der Fall: Patente verhindern, dass andere Firmen gute Produkte noch besser machen. Das mag zwar der einen Firma nicht gefallen, die das nur gute Produkt herstellt, für die Wirtschaft als ganzes (und erst die Konsumenten!) wäre es aber weit besser.
LG, bmk.
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