Bundesrat billigt neues Jugendschutzgesetz Wie wir bereits berichteten, hat der Bundestag das neue Jugendschutzgesetz verabschiedet. Nun hat auch der Bundesrat seine Zustimmung abgegeben. Damit steht dem inkrafttreten des Gesetzes nichts mehr im Weg. Für alle, die die Eckpunkte des Gesetzes nicht kennen, hier noch einmal die Zusammenfassung:
Das Gesetz sieht nicht nur das Verbot von „Gewaltverherrlichenden Spielen und anderen Medien” vor, sondern zusätzlich noch das Verbot von „Gewaltbeherrschten Titeln”, die „besonders realistische, grausame und reißerische Darstellungen selbstzweckhafter Gewalt beinhalten” vor.
Außerdem muss die Alterskennzeichnung der USK mindestens 1200 Quadratmillimeter auf der Verpackung und 250 Quadratmillimeter auf dem „Trägermedium”, also der CD/DVD, groß sein.
Das Gesetz wurde von verschiedenen Seiten kritisiert, die Opposition findet das Gesetz vor allem im Onlinebereich nicht ausreichend, da sich Kinder und Jugendliche laut FDP-Medienexperte Christoph Waitz Indizierte Spiele immer noch einfach so aus dem Internet herunterladen können. Die Linke will hingegen die Medienkompetenz bei Kindern und Eltern fördern. „Medienkompetenz ist die Schlüsselkategorie”, sagte Lothar Bisky. Der jugendpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Kai Gehring, will darüber hinaus verschärfte Kontrollen im Handel sowie höhere Bußgelder bei Verstößen gegen das Gesetz. Das Problem an dem Gesetz ist die schwammige Formulierung, die noch von USK und Richtern mit Leben gefüllt werden muss. Allerdings ist schon jetzt klar, das Spiele, die das Siegel „keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG” wie „Turok” oder „Rainbow Six: Vegas 2 (deutsche Version)” damit verboten werden.
Kommentare/Trackbacks lesen1) Schiemanskie schrieb am 15.6.2008 um 22:47 Uhr:
Und im Endeffekt werden die Spiele dann über Steam oder andere Online Plattformen LEGAL runtergeladen und gespielt. Was Tauschbörsen usw angeht wird man eh nichts machen können als immer wieder einzelne Leute rauszufischen, wobei es sinnlos ist wenn sich 14 Jährige sowas laden.
Wie gut das man volljährig ist ^^ | 2) BPhoenix schrieb am 15.6.2008 um 22:51 Uhr:
Naja wahrscheinlich werden legale Plattformen wie Steam dann früher oder später einfach in Deutschland komplett gesperrt werden, wenn sie sich nicht daran halten. | 3) Brati schrieb am 16.6.2008 um 12:50 Uhr:
"Wie gut das man volljährig ist ^^"
Werden die Titel, die bisher ab 18 sind nicht komplett vom Markt genommen? So habe ich es verstanden.
Ich stimme da am meisten mit dem Linke-Politiker überein und bin dafür, dass man in der Schule endlich mal ein Fach einführt, das das Verhalten und die Gefahren im Netz an jüngere Kinder vermittelt. Also vielleicht 5te Klasse oder so.
Das sollten möglichst NICHT die Lehrer machen, da sich hier wohl wenige finden, die vom Internet Ahnung haben, sondern eher so Leute, wie man sie manchmal an Universitäten sieht. Ich meine die Leute, die Vorlesungen halten, aber eigentlich bei einer Firma arbeiten.
Die Freundin meines Onkels macht sowas und bekommt dafür dann eben Geld. Ich denke, dass man so ganz gut vermitteln könnte, was im Internet so abläuft und welche Gefahren, aber welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben. Man macht sich nämlich selbst unglaubwürdig, wenn man nur die Gefahren anspricht. | 4) Benno Rott schrieb am 16.6.2008 um 14:48 Uhr:
Bei mir im Ort gibt es diese Woche eine Projektwoche "Medien" in der Grundschule. Dabei geht es genau um das Thema: Medienkompetenz, von klein auf. Die Referenten sind dabei allerdings nicht die Grundschullehrer, sondern Mitarbeiter von örtlichen IT-Firmen. Dabei sind auch Informationsabende für Eltern, u.a. über Gewaltspiele (mir fiel positiv auf, dass nirgends "Killerspiele" stand), Chats, ... sowie eine Podiumsdiskussion mit einigen Chefs und Politikern.
Unter anderem ist auch eine Besichtigung des Rechenzentrums der örtlichen Siemens-Filiale geplant.
"Daumen hoch", würd ich da sagen :-) | 5) Max Maass schrieb am 16.6.2008 um 15:01 Uhr:
"Werden die Titel, die bisher ab 18 sind nicht komplett vom Markt genommen? So habe ich es verstanden."
Die kommen auf den Index, werden also nur auf Anfrage verkauft und dürfen nicht im Regal stehen. Und nicht beworben werden, aber wozu können wir alle Englisch und kennen ca. 10 Millionen Spieleseiten auf Englisch... ;-) | 6) Brati schrieb am 17.6.2008 um 18:17 Uhr:
@Benno Rott's Post: Woah, das klingt ja super :-) Da wäre man doch fast schon gerne selbst dabei, nur um zu sehen, wie die Kinder da informiert werden :D | 7) Th3-N4m3L355 schrieb am 24.6.2008 um 14:17 Uhr:
Wenn die Spiele nich im Regal sind, lädt man sie aus dem Internet.
Dann steigt die Internetkriminalität noch mehr, weil viele dann sowieso die Spiele illegal runterladen. Is sowieso irgendwie ungerecht, dass dann die Erwachsenen dafür bestraft werden, obwohl sie ja nicht dagegen verstoßen ;)
Aber ist schon richtig, das die Kinder an den Schulen darüber informiert werden sollten, das sich solche Spiele auf deren Verhalten auswirken könnte.
Aber Gewaltspiele machen einen nicht unbedingt aggressiv. Es ist viel mehr das Umfeld, wie man wohnt oder die "falsche" Musik. | 8) Max Maass schrieb am 26.6.2008 um 19:04 Uhr:
Schade, dass die Politiker nicht Nexem. lesen, sonst wüssten sie das auch... ;-( | 9) BPhoenix schrieb am 26.6.2008 um 22:49 Uhr:
Naja nur weil man etwas liest kann man es noch lange nicht begreifen, womöglich ist das einfach nur zu hoch für einige... |
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