Für die meisten Internetnutzer ist es inzwischen das Normalste der Welt, mit Bitraten jenseits der 1000KBit/s (Standard-DSL) zu surfen.
Ladebalken sind da meist schon eher antiquiert.
Doch so selbstverständlich wie für die Internet-Nutzer in Deutschlands Ballungszentren ist dies nicht für jederman.
Obwohl das Problem des flächendeckenden Highspeed-Internets bereits seit Jahren angemahnt wird, scheint es die Telekom nicht zu interessieren, diese flächendeckende Versorgung mit Breitband-DSL zu schaffen.
Wer glaubt, dass das Problem bei den Leitungen liegt, ist auf dem Holzweg. Theoretisch ließe sich Breitband-Internet bundesweit realisieren.
Das Problem liegt bei der (A)DSL-Technologie selbst.
Der von der Deutschen Telekom AG etablierte ADSL-Standard lässt sich zwar problemlos für alle mit Kupferkabel angeschlossenen Haushalte realisieren. Die Anbindung von Haushalten mit Glasfaseranbindung (OPAL) ist jedoch sehr kostenaufwendig und wird daher von Deutschlands größtem Internet-Provider gemieden.
Man könnte meinen, dass die sich allmählich durchsetezende VDSL-Technologie Abhilfe schaffen sollte. Doch damit weit gefehlt.
Aus Konkurrenzgründen schreitet die Verbreitung dieser Technologie nur sehr schleppend voran.
Ein Beispiel aus dem Alltag: (Leider ist dies Realität)
Nehmen wir den Ortsteil Ermlitz in der Gemeinde Schkopau.
Diese Liegt im Süden Sachsen-Anhalts im Großraum Halle/Leipzig.
Während der Ortskern noch über die alten Kupferleitungen verfügt, hat man beim Bau der Neubausiedlung (Mitte der 90er) auf Glasfaser gesetzt und in dieser Siedlung selbiges verbuddelt.
Diese Tatsache führt zu einem äußerst skurrilen Szenario.
Während das „alte” Dorf bereits über Hochgeschwindigkeitsanbindung mit 16.000kBit/s verfügt, müssen sich die Anwohner der Neubausiedlung mit 1.000kBit/s und weniger zufrieden geben.
Wenn man bei der Telekom anfragt, wann eine Anbindung der gesamten Ortschaft realisiert ist, wird damit vertröstet, dass die Telekom mit Hochdruck an der Umsetzung arbeitet.
Tatsache ist aber, dass es das Unternehmen gar nicht interessiert, auch diese Haushalte an das Hochgeschwindigkeits-Netz anzubinden.
Der Grund: Eine Anbindung dieser Haushalte ist aus sicht des Unternehmens zu teuer und würde sich mit Privatkunden nicht rentieren.
Dabei wäre eine Kombination beider DSL-Technologien (ADSL auf Kupfer und VDSL auf Glasfaser) in solchen Fällen äußerst sinnvoll.
Die Gemeinde Ermlitz ist nur ein stellvertretendes Beispiel für zahlreiche andere ländliche Gegenden im Bundesgebiet.
Leider kann sich ein Internet-Nutzer in einer solchen Region nur gedulden, bis eine Änderung dieser Situation in Sicht ist.
Wie lang der Ladebalken für die Highspeed-Internetanbindung noch ist, wird man wohl nur an der Dauer der Downloads feststellen können.
Also kann man nur eines tun...
Warten, warten und nochmals... Warten.
1) Christian Blechert schrieb am 19.10.2008 um 21:27 Uhr:
traurig aber wahr...
Für viele Bereiche würde es schon reichen, LWL [2] Leitungen in jedes "Dorf" zu legen, und dann ein Outdoor DSLAM [1] aufzustellen.
So hätten viele schon mal wesentlich höhere Bitraten als jetzt.
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/DSLAM#Outdoor-DSLAM.2C_Mini-DSLAM
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtwellenleiter |
2) Xeco schrieb am 19.10.2008 um 21:40 Uhr:
Bei uns ist das leider ähnlich, wenn auch nicht soo schlimm. Bei uns merkt man richtig, wie die Geschwindigkeit mit jedem Straßenzug abnimmt. Im Zentrum gibts volle 16.000, wir könnten etwas weiter entfernt zwar auch noch bis 6000 hoch gehen, da gibts dann aber keine stabile Leitung mehr (also freiwillig auf 3000-4000 gedrosselt.).
Ein paar Straßen weiter schaltet die Telekom sogar nur noch 1000 :( |
3) Funatiker schrieb am 19.10.2008 um 22:22 Uhr:
Man vergleiche:
Puchheim: VDSL
Kröppen/Bottenbach: teilweise DSL verfügbar mit bis zu 384 kbit/s |
4) BPhoenix schrieb am 20.10.2008 um 01:38 Uhr:
Das ganze kommt mir sehr bekannt vor, wobei wir mittlerweile sogar 1,5 MBit haben. Aber wollte Arcor nicht mal nen eigenes Netz aufbauen oder so? Wenn ja wird sofort gewechselt und nie wieder zurück! |
5) Christian Blechert schrieb am 20.10.2008 um 09:02 Uhr:
Arcor ist dabei aber nicht wirklich viel besser als die Telekom.
Die wollen ja schließlich auch Gewinn machen.
Außerdem werden die sich Hüten neben der Telekom noch ne Strippe zu legen. Da ist es billiger die von der Telekom zu Mieten.
Habe ja oben schon gesagt:
>> Für viele Bereiche würde es schon reichen, LWL [2] Leitungen in jedes "Dorf" zu legen, und dann ein Outdoor DSLAM [1] aufzustellen.
Habe auch nen bekannten, da ist im Dorfeingang noch DSL 16000 und bei ihm kommt nur LightDSL an. |
6) BPhoenix schrieb am 21.10.2008 um 00:16 Uhr:
Naja gib mal in einer Suchmaschine deiner Wahl das hier ein: arcor eigenes glasfaser netz
Naja ob nun Arcor gut oder schlecht ist sei mal dahingestellt eins steht jedoch fest, Telekom ist mit Abstand in jedem Bereich der schlimmste Anbieter! |
7) Pandur2000 schrieb am 21.10.2008 um 19:27 Uhr:
Man soll es kaum glauben: Sogar mitten im Ballungszentrum, in Düsseldorf, gibts ganze Straßenzüge, die nur DSL 1000-3000 bekommen - und kein VDSL. Und mitnichten ist damit eine Gegend am Rand gemeint - mittendrin. |
8) janchristoph schrieb am 21.10.2008 um 22:22 Uhr:
Bei uns (Langwedel und Umgebung) sieht das ähnlich aus. Wir haben uns daher für die Lösung von Kabel Deutschland entschieden.
Ich glaube das Ding hieß Comfort (20000|1000) also 20.000 down, 1.000 up.
Man hat zwar beim Download bei Stoßzeiten nicht immer volle 20.000, sondern teilweise 18.000, aber das fällt bei der Geschwindigkeit kaum noch auf.
Das wäre vielleicht für einige ländliche Gegenden auch eine Lösung.
Die Telekom und Andere werden dann schon merken, dass sie vielleicht mal mehr hätte nausbauen sollen. |
9) Matthias Schleusener schrieb am 01.1.2010 um 15:07 Uhr:
Witzigerweise ist es bei uns so, dass selbst das Angebot von Kabel Deutschland bei uns nix bringt.
Denn Beim Bau der Siedlung wurde in unserer Straße eine sog. Kopfstation aufgebaut, die die gesamte Siedlung über das Kabelnetz mit Fernsehen versorgt...
Nur funktioniert die Anlage selbst auch nur über Sat...
Ich hoffe mal stark, dass das Konjunkturpaket II mal endlich etwas Bewegung in die Sache reinbringt... |