Für etwa 300.000 Euro aktualisierte die Düsseldorfer Agentur Babiel das Design von Bundestag.de. Die letzte Designänderung fand 2004 statt. Der wichtigste Grund für die Aktualisierung war das Anliegen, Inhalte einfacher und strukturierter zu präsentieren. So werden Petitionsübersicht und BundestagsTV direkt auf der Startseite präsentiert. Eine barrierefreies Navigation soll alle vorhandenen Inhalte intuitiver zugänglich machen.
Bedenklich hingegen ist, dass das eigentlich über kommerziellem Interesse stehende Parlament auf proprietäre Techniken gewinnorientierter Unternehmen setzt. So werden Audiodateien grundsätzlich im geschützten Format mp3 angeboten. Das zur Zeit auf der Startseite vorgestellte Video der Pressekonferenz wird mithilfe des Adobe Flash Players angeboten.
1) skoch schrieb am 12.8.2009 um 23:19 Uhr:
Immerhin die Navigation der Webseite finde ich wirklich übersichtlicher als bei der alten. Damals gab es links zu viele Ebenen für meinen Geschmack. Und vielleicht ist die Navi leichter ersichtlich durch den Weggang von all den gleichen Blautönen zu weiß / grau?
Keine Ahnung... Kenne mich damit leider kaum aus. |
2) skoch schrieb am 12.8.2009 um 23:23 Uhr:
Geile Sache, eben entdeckt: Bundestag.de führt sein eigenes Archiv der ehemaligen Webseiten.
http://webarchiv.bundestag.de/cgi/archive.php?jahr=2008
http://webarchiv.bundestag.de/cgi/show.php?id=1082&jahr=2008 |
3) Funatiker schrieb am 12.8.2009 um 23:34 Uhr:
Am Archiv kann man es schön sehen: Die Seite wirkt insgesamt heller, freundlicher und kompakter. Die Navigation ist nun in zwei Teile aufgeteilt: Oben sind die Überthemen, links sind die Unterthemen zu dem aktuellen Überthema. |
4) parn schrieb am 13.8.2009 um 01:35 Uhr:
ich kenne mich zwar mit den marktpreisen für sowas nicht aus, aber sind dreihunderttausend euro für das design einer internetseite nicht reichlich viel? |
5) Funatiker schrieb am 13.8.2009 um 01:54 Uhr:
Doch, pam (: Daher auch das Attribut "teuer" in der Überschrift |
6) CeBe schrieb am 13.8.2009 um 02:42 Uhr:
300000 ist schon ne Hausnummer^^
Ist nur die Frage, was dafür alles geleistet wurde...
Denke mal nicht, dass es dabei nur um das Design geht. Da wird schon einiges an Konzeption der Navigations- und Informations-Struktur dahinter stehen. Vermutlich auch das Rewriting/Erstellen der Informationstexte usw...
Rechnen wir mal mit nem Agenturstundensatz von 80 EUR für manches mehr, für anderes weniger:
6400 EUR Pro Entwicklungstag bei 10 Leuten und 8 Stunden Arbeitszeit.
Nehmen wir an, das dauert 2-3 Monate:
5*4*2,5*6400 = 320000
Ist zwar nicht ganz billig, aber doch noch im Rahmen und dafür auch gut gelungen würd ich sagen. |
7) BPhoenix schrieb am 13.8.2009 um 11:17 Uhr:
Womöglich wurde sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt und diese eben auch mit entsprechend viel Geld gefördert... |
8) DJH schrieb am 13.8.2009 um 17:42 Uhr:
Also das mit den proprietären Techniken würd ich jetzt nicht so eng sehen, denn Mp3 ist das am weitesten unterstützte komprimierte Audioformat und der Flash-Player läuft wenigstens überall.
„Aus Sicherheitsgründen wird dem Empfänger die IP-Adresse des Benutzers übermittelt. (…) Die IP-Adresse wird aber nicht gespeichert.“ Das is interessant… der Empfänger kriegt also eine Mail mit der IP-Adresse, in der die IP-Adresse nicht gespeichert wird? Oder wie? Lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, das is ein Widerspruch? :D Und das in der Datenschutzerklärung vom B00ndestag *hust* |
9) Funatiker schrieb am 13.8.2009 um 18:16 Uhr:
Das ist kein Widerspruch. Die IP wird nicht auf Bundestag.de gespeichert, sondern dem Empfänger der E-Mail übergeben. Wie der damit arbeitet, ist ihm überlassen. |
10) Alex (realEuro) schrieb am 15.8.2009 um 00:33 Uhr:
Also dem zweiten Abschnitt kann ich jetzt nicht ganz zustimmen.
Ich denke die Nutzung von Flash und vor allem MP3 ist eigentlich recht gut.
Selbst Microsoft verwendet oft Flash und nicht das eigene Produkt Silverlight, weil es einfach zur zeit noch viel weiter verbreitet ist. Flash sieht überall gleich aus und ist sehr oft installiert.
Mit einem anderem Audio-Format meinst du bestimmt ogg, aber das könnten die meisten wahrscheinlich nicht benutzen, da die meisten auch hier keinen Player bzw. Codec installiert haben.
Ich finde dass macht schon so Sinn.
Aber 300.000 Euro! Das ging auch nur weil die Seite so wichtig ist... |
11) gandalf schrieb am 16.8.2009 um 09:50 Uhr:
#10
Wie kommst du darauf, dass MP3 und Flash von den meisten unterstützt wird? Selbst wenn, sagen wir mal es wäre ein Anteil über 90%, was würde gegen weitere Formate sprechen? Der Bundestag muss(!) seine Seite so vielen Leuten wie möglich Zugänglich machen.
Bei HTML5 soll es ja möglich sein für ein und das selbe Video verschiedene Formate anzubieten. :) Wobei die Startseite von ihrer Größe(>1MB) schon überladen ist... |
12) Funatiker schrieb am 17.8.2009 um 04:11 Uhr:
Der Buindesag sollte seine Seite so vielen Nutzern wie möglich zu Verfügung stellen. Schmalband-Nutzer haben jedoch eher schlechte Chancen, die Startseite komplett zu laden.
OGG wird ja nativ von z.B. Firefox/Gecko unterstützt. Der Flashplayer ist für alle Browser ein zusätzliches PlugIn. Flash ist kein freier Standard, sondern ein kommerzielles Produkt einer gewinnorientierten Firma. Das ist etwa so, als würde der Bundestag nicht mehr auf DinA4-Papier drucken sondern ein anderes Format nehmen, das durch patente einer externen Firma gesichert ist. Dadurch hätte der Bundestag zum einen Kosten für die Nutzung des patentierten Formates und zum anderen würde man ja dann Schleichwerbung machen. |