SchülerVZ-Datensammler 3x1t tot in Gefängniszelle aufgefunden

Internet   Admin Funatiker    01.11.2009, 01:15 Uhr  

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Der 20-jährige Programmierer 3x1t wurde tot im Berliner U-Haftgefängnis aufgefunden. Eine Anzeige von VZnet, die Betreiberfirma von MeinVZ, SchülerVZ und StudiVZ, wegen Erpressung bedingte diese Untersuchungshaft. Das Unternehmen unterstellt dem Webentwickler und Administrator aus Erlangen, bei der Übergabe der Daten, die am 18.10.09 in der Berliner VZnet-Zentrale stattfinden sollte, versucht zu haben, von VZnet 80.000 Euro zu erpressen. Was wirklich in jenem Büro vorgefallen ist, wissen jetzt nur noch VZnet-Mitarbeiter. Die Justizbehörde hält sich mit Informationen zurück und spricht auch nicht sicher von Suizid, sondern legt sich nur darauf fest, dass Anzeichen darauf hindeuten. Ein Eintrag im VZblog sichert jedoch gleich im ersten Satz zu, der „Tatverdächtige […] ha[be] sich in der JVA Plötzensee das Leben genommen”. Warum das Unternehmen genauer als die Behörde weiß, woran der 20-Jährige gestorben ist, bleibt unklar. Sehr viele Leser hatten den Eintrag kommentiert, Kritik an der Haltung der VZ-Betreiber geübt oder einfach nur ihr Beleid ausgesprochen. Die Verantwortlichen des Blogs löschten daraufhin die Kommentare und sperrten die Kommentarfunktion des Artikels.

Quellen und weitere Informationen:
blog.studivz.net
tagesschau.de
blog.studivz.net

Kommentare/Trackbacks lesen

1) Chris23 schrieb am 01.11.2009 um 12:14 Uhr:

"Was wirklich in jenem Büro vorgefallen ist, wissen jetzt nur noch VZnet-Mitarbeiter. "

Das ist falsch, denn die Kripo war die ganze Zeit anwesend.

2) Admin Stefan Koch schrieb am 01.11.2009 um 13:40 Uhr:

1. Schade, dass die Kommentare gelöscht wurden, wir haben unsere Kritik an der Haltung von VZnet, ständig 100prozentige Datensicherheit vorzugaukeln, nämlich sauber formuliert und keinesfalls Hetze betrieben oder jemanden beleidigt. Stattdessen wurde gesagt, dass VZnet endlich mal erklären sollte, dass die Daten generell kopiert werden können und das überall im Netz ist, um mündige Bürger im Internet heranzuziehen. Das halte ich nämlich gerade bei Schülern für ein wichtiges Anliegen. So allerdings formt man nur Bürger, die den Unternehmen gnadenlos alles anvertrauen, weil es ja "sicher" ist.

2. VZnet hat die Meldung wahrscheinlich einfach von Nachrichten-Seiten übernommen, dort wurde afaik oft vom Suizid gesprochen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er von jemandem umgebracht wurde, der es dann nach Suizid aussehen ließ, möglich wäre aber alles (wenn man in U-Haft auch auf andere Insassen stößt). Gab es nicht kürzlich (also 2009 oder 2008) einen Fall, in welchem die Mithäftlinge einen Insassen nahezu(?) zum Suizid getrieben haben?

3) DrCox schrieb am 02.11.2009 um 17:40 Uhr:

Ich glaube mittlerweile hat es so ziemlich jeder mitbekommen. Die "Normalos" kennen 3x1t als den bösen StudiVZ Hacker und die Leute in diversen "Szenen" kennen ihn halt als ... 3x1t. Ich hab vor einem Jahr das Vergnügen gehabt mit ihm in Kontakt zu treten. Ich habe zu dem Zeitpunkt in einer mittelgroßen Community die Arbeit als Administrator aufgenommen, nachdem der vorige Admin es geschafft hat die vBulletin-Datenbank ins Internet zu "verlieren" (PHP-Modul in Apache deaktiviert).

3x1t hat sich die Datenbank gekrallt, alle eMail-Adressen der User ausgelesen und fleissig Spam versendet, zum Beispiel:

Guten Tag xxx,

Wie du vielleicht meiner letzten E-Mail entnehmen konntest habe ich die DarkWoW Datenbank.

Als ich heute morgen einen Blick in die internen Foren aus dieser Datenbank geworfen habe [...]

Bei Fragen stehe ich euch jederzeit per E-Mail und via ICQ zur verfügung.

ICQ: 171849987

Ich wünsche dir, xxx noch einen schönen und angenehmen Tag.

- exit

Außerdem hat er die Adressen weitergegeben und sich fleissig daran gemacht die Passwörter zu entschlüsseln. Zu dem Zeitpunkt hatte er noch keinen Blog, deswegen war es relativ schwer herauszufinden wer er war. Ich bekam aber schon raus, dass sein Name Matthias Lang war. Einige Zeit später traf ich ihn in einem IRC-Channel und sprach ihn auf den Spam an. Er gab sich überheblich, vorlaut und aufmüpfig. Er wäre unantastbar - ich könnte ihn rechtlich nicht belangen. Und selbst wenn, dann wären es nur ein paar Sozialstunden.

Ich hab die Sache dann auf sich beruhen lassen, zumal es ja schon mehrere Monate her war. Nachdem er dann extrem viel Werbung für seine Livestreams gemacht hatte (die ich ihm in meinen Communities verboten hatte) habe ich ihn das letzte mal "gesehen" (bei mir im Forum oder im IRC).

Nun, vor zwei Wochen, die Hiobsbotschaft: Der Typ soll bei StudiVZ aufgekreuzt sein und wurde festgenommen, weil er die Daten gecrawled hat. Das das juristisch fragwürdig war steht nicht zur Debatte, denn öffentliche Daten crawlen ist ... einfach nicht strafbar. Da muss also mehr gewesen sein. Ich telefonierte ein bisschen herum und landete beim LKA337 in Berlin. Die Jungs waren es nämlich, die 3x1t festgenommen haben. Und mit dem Beamten konnte man richtig gut "unter Berlinern" reden. So erzählte er mir, dass 3x1t ziemlich locker und gefasst war als man ihn festgenommen hat. Er hat versucht sein Strafmaß zu mindern, indem er noch bei der Polizei am Computer die Cronjobs des Crawlers abschaltete und alles mögliche an Daten unzugänglich gemacht hat.

Einschnitt: sp3x, der wohl ein Kumpel von 3x1t ist, bringt uns die Verschwörungstheorie Nummer 1: Es war MORD! Oder besser gesagt: Er wurde in den Selbstmord getrieben. Angeblich. Sp3x beschuldigt StudiVZ und Golem der einseitigen Berichterstattung, die extremen psychischen Druck ausgelöst haben soll.

Okay, behalten wir das im Hinterkopf. Der LKA-Beamte versicherte mir, dass 3x1t nicht mehr so schnell rauskommen würde, weil er einschlägig vorbestraft ist. 3x1t war schon im Knast, einige Tage sogar - weil er schon einmal auf eine Verhandlung warten musste. Ich wüsste nicht wieso ihn dieser Knasturlaub nun fertig gemacht haben sollte. Vielleicht kennt sp3x die Antwort?

Kurze Korrektur für sp3x: Er wollte 20.000EUR in Bar, den Rest (60.000EUR) per Überweisung / Scheck. Geistig reif war er übrigens bestimmt nicht, schon allein weil quasi alle Kerle mit 20 noch in der Pubertät stecken, zumindest vom Gehirn her! Und dem VZNet geht es nun bestimmt nicht "besser", nachdem ihr schwarzer Peter tot ist. Vielleicht sollte man etwas besser recherchieren bevor man irgendwas lostritt.

Was ist also das Fazit? Realtiv einfach: Wir haben gesehen, dass die sensiblen, mental weniger gefestigten Menschen im Internet gerne den Helden raushängen lassen. Das Internet ist noch immer der Raum für Genderfaker und Tagträumer die gerne etwas anderes wären als sie sind. Ich wünsche niemandem den Tot, aber es ärgert mich dass er sich das Leben genommen hat - so hatte ich nie die Möglichkeit ihm ein "Owned" an den Kopf zu schmeissen wenn er denn aus dem Knast gekommen wäre.

sp3x fühlt sich genötigt zu kontern: "Das was du von 3×1it behauptest, das trifft auf dich eher zu als auf ihn." Klasse finde ich, dass er beurteilen kann wie meine psychische Verfassung ist bzw. ob ich mich im RL irgendwie anders verhalte als im Internet. Fakten, Fakten, Fakten - so lieben wir das. Achja, sp3x: "Hat sich die Datenbank gekrallt" bedeutet schließt die Tatsache dass er sie nicht direkt bekommen hat nicht aus.

Obwohl ich der Meinung bin dass man es nicht noch einmal explizit hervorheben muss: Es ist immer bedauerlich wenn jemand stirbt. Was er getan hat ist geschehen - und die Tatsache dass er nun nicht mehr unter uns weilt ändert nichts daran. Also immer im Hinterkopf behalten: Ich rede nicht davon dass er es verdient hat oder das es nicht schade um den Menschen ist. Ich rede davon dass plötzlich die denen er (zum Teil extrem) geschadet hat alles vergessen was er gemacht hat und trauern als wäre es ein sehr guter Freund gewesen. Vielleicht erkennt das jemand. Wenn nicht, ist mir das auch egal.

4) Admin Stefan Koch schrieb am 02.11.2009 um 18:09 Uhr:

"Wir haben gesehen, dass die sensiblen, mental weniger gefestigten Menschen im Internet gerne den Helden raushängen lassen."

Ich bin auch eher ein sensibler Typ und trotzdem lasse ich im Internet keinesfalls den "Helden raushängen". Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man das mit "gerne [mal]" vereinheitlichen kann, denn ich fühle keinesfalls den Drang, hier den Helden (in dem Sinne, wie du es meinst) heraushängen zu lassen.

Es gibt unter den sensiblen Menschen auch solche, die sich die Welt einfach genauer ansehen und gefestigte Statuten hinterfragen. Dabei stößt man immer mal wieder auf Erkenntnisse, die die meisten gar nicht wissen wollen oder worüber sie sich noch keine Gedanken gemacht haben.
Unter anderem zum Beispiel, die Frage, ob Microsofts Kampf, OOXML als Standard zu etablieren, nur zu ihrem eigenen Nutzen war und nicht dem Allgemeinwohl, wie sie selbst natürlich beteuern.
Oder man stößt auf bestimmte Verstrickungen zwischen Politik und Industrie, die man nicht mehr nur die die eigentliche Lobbyismus-Ecke stecken kann, weil sie weitaus subtiler und unaufdeckbarer.


Allerdings will ich jetzt natürlich nicht nur einen Satz aus deinem Statement auseinandernehmen. Generell finde ich den Bericht von dir spannend, wenngleich ich natürlich auch alles unter dem Vorbehalt betrachten muss, dass du mir nur von einem Bekannten als ein Bekannter seinerseits vorgestellt wurdest. Insofern ist die Identität sicherer als bei einem einfachen Posting, aber natürlich nicht vertrauenswürdiger als andere Quellen. Trotzdem will ich nochmal sagen, dass deine Sicht auf jeden Fall interessant ist.

5) Sly schrieb am 03.11.2009 um 21:46 Uhr:

OMMMMMMMMMMMMG EXIT DENN KENN DOCH O.O ach du scheiße ..
der hat doch auch von darkwow die db geklaut und ich war mit ihm im ts der hat mir eine seite gemacht ich kenns immer noch nicht glauben ach du scheiße..

6) phantom schrieb am 04.11.2009 um 18:56 Uhr:

DrCox

merkst du eigentlich nicht, dass du dich in deinem eindrucksvollen langen post an vielen stellen selbst widersprichst?

m.m. nennst du sogar selbst die gründe für einen mord.

mann ist das schlecht...

man beachte, dass studivz bzw golem von definitivem selbstmord sprechen, wobei die behörden keinesfalls von selbstmord sprechen, sondern diesen lediglich nicht ausschließen. man beachte, dass noch nichtmals die art und weise des angeblichen selbstmordes bekannt sind.
wie zum teufel soll er sich umgebracht haben?
er wurde in der zelle tod aufgefunden..
hat er wohl die luft angehalten oder was?


hv phantom

7) Splatt schrieb am 05.11.2009 um 23:28 Uhr:

Er war nett, hat einem immer geholfen und jetzt ist er einfach tot?

SHIT

8) Admin Stefan Koch schrieb am 07.11.2009 um 12:23 Uhr:

Nachricht über kommenden Spiegel-Artikel bei heise: http://tinyurl.com/heise-vznet (Selbstmord nach SchülerVZ-Datenklau: VZnet in Erklärungsnot)

9) Admin Torben Fritsche schrieb am 07.11.2009 um 20:41 Uhr:

Ich hab über die Sicherheit im SchülerVZ einen Seitenaufmacher für die Münstersche Zeitung geschrieben. Bei den Recherchen ist mir extrem aufgefallen, dass sich das SchülerVZ immer an "Meine Privatsphäre" klammert und an jeder Stelle behauptet, "Deine Daten sind sicher" - aber wie wollen die das bei einem Netzwerk dieser Größe überhaupt kontrollieren können? Das geht gar nicht und ist auch nicht der Punkt - der Punkt ist, dass sie es behaupten und so die meist minderjährigen Nutzer in Sicherheit wiegen, sodass sie großzügig im Angeben von Daten über sich werden.

Außerdem wird man seitens sVZauf den Datenklau nicht aufmerksam gemacht - bei der Datenpanne, bei der Daten verloren (nicht geklaut) worden sind, war ein großer Link auf der Startseite zum Klartext, bei den aktuellene Fällen nicht.

Man sollte VZnet aber auch nicht verteufeln. Es ist gut, dass es so eine Angebot gibt und man es kostenlos nutzen kann.

10) Admin Stefan Koch schrieb am 08.11.2009 um 10:40 Uhr:

@Torben Fritsche: Genau meine Rede :) Ich habe nichts gegen das Angebot an sich (wenngleich ich auch rausgefunden habe, dass es mir im sozialen Bereich eher schadet als nützt), fordere aber, dass die Macher endlich Klartext reden und den Leuten sagen: "Wir versuchen eure Daten natürlich zu schützen, aber es gibt immer Möglichkeiten, diese auszulesen."

Das ist doch eigentlich nicht zu viel verlangt...

11) Sherlock schrieb am 08.11.2009 um 11:07 Uhr:

Es sind mehrere Fragen interessant: Nehmen wir einmal an, Exit hätte sich Daten rechtswidrig angeeignet gehabt – warum hat die Polizei nicht in Erlangen zugegriffen? Die Polizei ist doch auch in Bayern nicht zimperlich, wenn ein begründeter Verdacht besteht, jemand hätte einem Wirtschaftskonzern in strafbarer Weise geschadet.

Warum hat SchülerVZ soviel merkwürdigen Aufwand betrieben, wenn ein Anruf bei der Polizei Erlangen gereicht hätte, Matthias Lang festnehmen und seine komplette EDV sicherstellen zu lassen?

Man muss wohl ganz klar davon ausgehen, dass man schlicht und einfach keinen Rechtsgrund hatte, dass die bayerischen Behörden unter den Umständen nicht bereit waren, zuzuschlagen.

Es scheint etwas ganz besonders fieses und schlimmes gelaufen zu sein.

12) Watson schrieb am 08.11.2009 um 11:16 Uhr:

Es ist keineswegs sicher, dass es ein Suizid war.

Sicher ist aber wohl, dass es mächtige Kreise gab und gibt, denen ein toter Matthias Lang lieber sein dürfte als ein lebender:

1. Hätte man ihn tatsächlich strafrechtlich packen können, dann hätte man das in Erlangen erledigt, ohne wochenlanges taktieren.

2. Offenbar konnte man ihn strafrechtlich nicht packen, und es sollte einem klar sein, dass sein Verteidiger nicht so klare Worte von sich geben würde, wenn es nicht so klar wäre, denn natürlich ist die Sache brisant, und natürlich fürchten Anwälte in der BRD, sich bei der Justiz unbeliebt zu machen.

3. Wenn man offenbar tatsachengerecht davon ausgeht, dass man ihn ohne wahren Grund in Haft genommen hatte, ohne wahren Grund seine EDV beschlagnahmt hatte – was hätte er wohl im Internet an Wirbel veranstaltet, nach einer Freilassung? Welcher Schaden wäre dabei für SchülerVZ, Polizei Berlin und Justiz Berlin entstanden?

Dass ein örtliches Jugendamt ihn unter Betreuung stellen wollte, heißt gar nichts. Das ist eine übliche Vorgehensweise im Umgang mit Leuten, die nicht systemkonform eingestellt sind, was gelegentlich eher für besondere psychische Gesundheit spricht.

Tatsache ist, dass exit/Matthias Lang schon einmal 14 Tage U-Haft wegen Cannabis Besitz hinter sich hatte bringen müssen, darüber hat er im Internet berichtet und diese U-Haft locker verpackt.

Tatsache ist, dass es selbst aus der JVA Plötzensee im Internet nachlesbar heißt, er habe während der U-Haft einen lockeren Eindruck gemacht.

Tatsache ist, dass es keineswegs besonders leicht ist, sich an einem Fensterkreuz selbst aufzuhängen, im Grunde müsste man sich vorher selbst die Hände fesseln.

Ich gehe von geplantem Mord aus.

13) Admin Stefan Koch schrieb am 08.11.2009 um 11:23 Uhr:

@Watson: "Tatsache ist, dass es keineswegs besonders leicht ist, sich an einem Fensterkreuz selbst aufzuhängen, im Grunde müsste man sich vorher selbst die Hände fesseln."

Kannst du das näher erläutern? Kann man nicht einfach selbst von einer höheren Position nach unten springen und erreicht normalerweise aus eigener Kraft keinen sicheren Halt mehr? Jemand sagte mir auch mal, dass man beim Erhängen oft nicht an Ersticken, sondern bereits an Genickbruch stirbt. Insofern gäbe es ja gar keine Möglichkeit mehr, nach einem Halt zu greifen?

14) Watson schrieb am 08.11.2009 um 11:48 Uhr:

@Stefan Koch: Man kann im Internet nachlesen, dass üblicherweise eine Fallhöhe von 1,5 bis 2,5 Meter für den Genickbruch beim Erhängen vorausgesetzt wird, je nach Körpergewicht, So hoch hätte er in einer Gefängniszelle gar nicht stehen können. Und eine Strangulation zwingt einen instinktiv zu maximaler Abwehr - weshalb es auch nicht möglich ist, sich selbst durch "Luftanhalten" umzubringen.

Ich weiß leider nicht, wie groß und schwer er war - sollte er nur 1,10 groß, aber 250 kg schwer gewesen sein, dann hätte das mit dem Genickbruch wohl geklappt.

Warum hätte er sich überhaupt umbringen sollen? Nach Lage der Dinge konnten sie ihm in Wahrheit doch nichts, und er war doch nicht blöd. An seiner Stelle hätte ich mir gesagt: "Wartet mal ab, Freunde, bis ich wieder draußen bin! Dann setze ich mich an die nächste Kiste, die ich in die Finger bekommen kann, und dann seid Ihr prächtig dran!"

15) Sherlock schrieb am 08.11.2009 um 16:31 Uhr:

@ Stefan Koch: Das Fensterbrett und sicherlich auch ein Heizkörper unter dem Fensterbrett waren jedenfalls erreichbar für ihn. Wäre ich sein Vater, so hätte ich eine zweite unabhängige Obduktion veranlasst, der ich auch beigewohnt hätte.

Während man absolut kein Motiv für einen Selbstmord findet, ganz im Gegenteil wartete er sicherlich sehnsüchtig darauf, aus der U-Haft herauszukommen und im Internet auszupacken, findet man ein trifftiges Motiv für Mord: Offenbar war alles eine schmutzige Masche, betrieben von SchülerVZ, Polizei und Justiz in Berlin.

Da Matthias Lang eine hohe Bekanntheit erreicht hatte, da er über alles im Internet auszupacken pflegte, da er sehr gute Präsenzen bereits hatte, hätte das das Ende von SchülerVZ & Co. bedeuten können. Polizei und Justiz Berlin hätten ebenfalls einen öffentlichen Skandal am Halse gehabt, der nicht von Pappe gewesen wäre.

Im Grundsatz müssen diese Dinge vorhersehbar gewesen sein, so dass ich annehme, dass sein "Todesurteil" gefällt war, als man ihn nach Berlin einlud.

16) Winfried Sobottka schrieb am 09.11.2009 um 17:58 Uhr:

Focus hat neulich veröffentlich, dass es sehr viele Suizide im deutschen Strafvollzug gebe, 56% davon in U-Haft. Nun kann man getrost davon ausgehen, dass es weitaus mehr Häftlinge in Strafhaft gibt als in der stets nur vorübergehend praktizierten U-Haft. Entsprechend würde der Anteil an U-Haft-Suiziden um diesen Unterschied korrigiert vermutlich bei 90% oder höher liegen (Selbstmorde U-Haft: durchschnittliche Anzahl Häftlinge U-Haft + Selbstmorde Strafhaft : durchschnittliche Anzahl Häftlinge Strafhaft = 100%).

Dabei sind die Verhältnisse in der U-Haft durchaus besser als in der Strafhaft, wie Matthias Lang aus Erlangen nach seiner ersten U-Haft wegen Cannbis-Besitzes auch öffentlich im Internet geschildert hatte. Das ist verständlich: Es kann kaum zu Bandenbildung kommen, zudem hat keiner ein Interesse daran, sich vor dem zu erwartenden Gerichtstermin noch zusätzlich strafbar zu machen (Körperverletzung/sexuelle Missahndlung).

Die Dinge, die einen schauern lassen können, ereignen sich in Strafhaft, was Probleme mit anderen Häftlingen angeht.

So sollte man meinen, dass Suizide in Strafahaft häufiger vorkämen.

Zudem belegen empirische Forschungen, dass Menschen in angespannten Lebenslagen, ausdrücklich wird dabei sogar KZ-Haft erwähnt, weniger zu Suiziden neigen als im normalen Leben. Das ist nur auf den ersten Blick erstaunlich: Die Bedohung der eigenen Existenz aktiviert den Selbstbehauptungstrieb, lässt andere Probleme vergessen (Liebeskummer usw.).

Im Grunde dürfte s also fast gar keine Selbstmorde in U-Haft geben, vor allem, weil das Aufhängen am Fensterkreuz keineswegs einen angenehmen Tod erwarten lässt - es gehört schon sehr viel akute Verzweiflung dazu, den Schritt zu gehen.

Man muss eindeutig vom Schlimmsten ausgehen: Systematische "Säuberungsmorde" in der U-Haft.

Googeln unter: Matthias Lang Erlangen

17) Winfried Sobottka schrieb am 11.11.2009 um 15:06 Uhr:

Leute, ich würde nicht sehr gern als Autor hier schreiben, sondern es wäre auch sehr wichtig. Mein Mut allein ist zu wenig.

18) Winfried Sobottka schrieb am 11.11.2009 um 15:12 Uhr:

sorry, gemeint war natürlich: "nicht nur sehr gern als Autor..."

19) Admin Stefan Koch schrieb am 11.11.2009 um 15:35 Uhr:

@Winfried Sabottka: Schau mal hier: http://nexem.info/intern/nexem-sucht-blogger--2834/

> Wir erwarten weder jeden Tag eine bestimmte Anzahl, noch absolut ernste und trockene Artikel. Gute Deutschkenntnisse, eine ordentliche Rechtschreibung und genug Zeit für ein paar Posts pro Woche solltest du aber schon mitbringen!
> Wenn du nun Interesse hast, melde dich einfach unverbindlich unter info (at) nexem.info. Um dich besser einschätzen zu können, würden wir neben deinem Namen gerne wissen, was du zur Zeit schulisch/beruflich machst. Außerdem solltest du unbedingt einen Probeartikel (natürlich selbst geschrieben, auf nexem sollte noch kein Artikel zu diesem Thema veröffentlicht sein) mitschicken.

20) Winfried Sobottka schrieb am 11.11.2009 um 18:22 Uhr:

@ Stefan Koch: Ich hatte schon eine Email geschrieben, sogar meine Telefonnummer angegeben. Bisher habe ich leider nichts gehört. Unter:

http://freegermany.de/autor/overview.html

Kann man sich Beispiele ansehen. Es gibt derzeit ein paar sehr wichtige Themen, über die geschrieben werden müsste - so, dass möglichst viele es mitbekämen.

21) Das_Gewissen schrieb am 11.11.2009 um 22:38 Uhr:

Darf ich Winfried Sobottka etwas unter die Arme greifen bei seinen Bemühungen, hier als Autor aufzutreten? Na ich tu es mal.

Hier findet man die Referenzen über ihn:

http://sobottka.wordpress.com/

Besonders interessant dürfte das sein:

http://sobottka.wordpress.com/category/winfried-sobottka-zu-s einen-irrsinnigen-anarchisten-boulevard-themen/

22) Winfried Sobottka schrieb am 11.11.2009 um 22:45 Uhr:

Na, da sehen wir doch gleich wieder, wie diejenigen sich einschalten, die für staatliche Morde, das Wegsperren von Staatskritikern usw. stehen.

Und nun kacken sich alle von der Nexem -Redaktion in die Hose. So einfach geht das. Au scheiße, in welchem Kackland lebe ich eigentlich? Sie einen pervers bösartig, die anderen blöde und feige.....

23) BPhoenix schrieb am 11.11.2009 um 22:53 Uhr:

Oh Mann was geht bei dir, komm mal wieder runter!

Das ist so als wolltest du in einem Autofroum plötzlich Propaganda verbreiten und wenn du das nicht darfst, die Betreiber dieses beleidigen!

Ich denke wenn dies eine Politik und keine Computernews/blog Seite wäre, hätte hier mit Sicherheit niemand was dagen, dass du hier vor hast über politische Themen zu schreiben. Aber das ist ist es nun mal nicht und das solltest du begreifen! Und dass man mal hin und wieder vom eigentlichen Thema abweicht dürfte wohl auch nicht verwundern nur komplett am Thema vorbei schreiben zu wohlen ist wohl eine ganz andere Nummer...

24) Das_Gewissen schrieb am 12.11.2009 um 00:21 Uhr:

Nun aber, nach dem kleinen Intermezzo zurück zu den Fall Matthias Lang.

Es war Selbsttötung oder man verdächtigt die Pathologie des Betruges. Es ist wohl vernachlässigbar, der Pathologie zu unterstellen, ein falsches Gutachten erstellt zu haben.

Relevant wäre bestenfalls noch, ob die Untersuchungshaft gerechtfertigt war und es um Erpressung ging. Das hat sich aber mit dem Tode des Angeklagten für die Justiz erledigt.

Wenn es in U-Haft eine nicht unbeachtliche Zahl an Selbsttötungen gibt, ist das verständlich. Diese dort Inhaftierten leben in Ungewissheit und Zweifel. Nach dem Urteil, egal wie es ausfällt, ist das erledigt und die Straftäter können sich mit der neuen Situation arrangieren.
Somit müsste Matthias Lang auch erhebliche Zweifel an dem Ausgang seines Verfahrens gehabt haben, was nicht für ihn spricht.

Die Tatsache, dass Matthias Lang sich nicht selber erhängt haben könne, muss aber mit besseren Belegen, als die hier aufgeführten erbracht werden.
Es haben sich schon Leute an Heizkörpern erhängt, welche sicher nicht an der Decke befestigt sind, vom Fensterkreuz gar nicht zu reden.
Soll man nun alle Selbsttötungen auf Mord untersuchen, welche solcherart geschahen?

Wenn wer glaubt, dass es jemanden in Untersuchungshaft besser ginge, als in Strafhaft, so irrt er ganz gewaltig.

http://www.justiz.nrw.de/BS/Staatsanwaltschaft/Ermittlung sverfahren_Beteiligte/Untersuchungshaft/index.php

In U-Haft darf man zwar eigene Kleidung tragen und sich das Essen von draußen bringen lassen, aber damit erschöpft sich auch alles.
Der Nachteil der U-Haft wiegt viel schwerer. 23 Stunden am Tag in der Einzelzelle und strengere Kontrollen wegen Verdunkelungsgefahr.

Kleinganoven, wie Matthias Lang, kommen in den halboffenen Vollzug, wo die Zellen nicht mehr abgeschlossen sind, es eine Gemeinschaftsküche und sogar einen Fernsehraum gibt.

25) Winfried Sobottka schrieb am 12.11.2009 um 20:57 Uhr:

Natürlich, Pathologen sind immer ehrlich, haben mit der Justiz nichts zu tun. Bei uns gibt es nur völlig voneinander unabhängige Behörden, keinerlei Verquickungen. Und alle sind ganz rechtsstaatlich, demokratisch und gutherzig. Und so ist es ganz normal, dass sich jede Menge Untersuchungshäftlinge umbringen. Das kann man nämlich überhaupt gar nicht verhindern!

26) Admin Torben Fritsche schrieb am 12.11.2009 um 22:06 Uhr:

Ich kann ja verstehen, dass jemand über die Abläufe im Staat unzufrieden ist, aber mach mal einen Punkt. Du kannst mehr als glücklich sein, dass du in einem demokratischen Staat lebst und deine Meinung sagen darfst - in der DDR wärst du schon vor Jahren verschwunden.

Vorhin noch hat ein ehemaliger DDR-Bürger (Jörg Adler, Zoodirektor im Allwetterzoo Münster - ich weiß nicht, ob den jemand von euch kennt) bei uns in der Schule für die Oberstufe einen Vortrag über seine Erlebnisse dort gehalten. Wenn man das hörte, war man richtig froh über den Staat, den wir hier heute haben.

27) Das_Gewissen schrieb am 13.11.2009 um 09:13 Uhr:

Sobottka weiß in der Tat nicht, wie ein Unrechtsstaat funktioniert. Was Sobottka von sich gibt, hätte ihn in der ehemaligen DDR längst hinter Gitter gebracht. Da wäre auch nichts veröffentlicht worden. Da würde man sich auch nicht die Mühe machen, ihn psychiatrisch auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen.
Denn alles was er von sich gibt sind phantasievolle Erweiterungen seines Bild-Zeitungs-Wissen. Er kann rein gar nichts belegen.
Da er sich noch nie in U-Haft befand, kennt er auch nicht die Zustände da. Wie kann er sonst behaupten, dass es da Erleichterungen gäbe?
Die Pathologie zu verdächtigen gefälschte Gutachten abzugeben ist wohl an Dreistigkeit nicht zu übertreffen, wenn man keine Belege dafür hat.
Was Sobottka von sich gibt, hat auch mit seriöser Kritik am Staate nichts gemein, sondern ist schlicht und einfach Verunglimpfung dessen.
Noch schlimmer ist aber, wie er hier über das Deutsche Volk hezieht:

"ich sehe derzeit keinen Sinn mehr darin, mich für feiges, selbstherrliches und undankbares Volk zu verheizen."

Sobottka würde sich auch ganz schön umgucken, befände er sich in einem Unrechtsstaate, denn da wird nicht pünktlich zum Monatsanfang die Stütze für seine Arbeitsunwilligkeit überwiesen. Da gibt es Arbeitslager.

28) justus lang schrieb am 10.1.2010 um 18:18 Uhr:

ich bin mir absolut sicher, Matze hätte sich nie umgebracht.
Ich verstehe nichts- wir leiden nur v + m

29) Anmerkung schrieb am 07.2.2010 um 16:29 Uhr:

Im Booklooker-Forum hat das einer dokumentiert
http://www.booklookerforum.de/viewtopic.php?f=17&t=7814


und anschliessend als Autor beschrieben
http://www.booklookerforum.de/viewtopic.php?f=17&t=7994

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