Bono von U2 gegen FilesharingBono Vox, der Sänger der Band U2, hat sich für eine stärkere Verfolgung von illegaler Verbreitung von Musikstücken ausgesprochen. Er argumentiert, dass durch Filesharing die Reichen noch reicher würden und die kleinen Bands ärmer, da diese im Gegensatz zu großen Bands keine Merchandising-Produkte absetzen könnten. Bono plädiert dabei direkt dafür, die Provider miteinzubeziehen. Ein Eingriff durch die Provider ist nach aktuellen Modellen auf zwei Varianten möglich: Entweder werden alle gesendeten Pakete analysiert, was sich dann Deep Package Inspection nennt, oder aber die Provider sperren - gemäß dem Loi Hadopi, das kürzlich in Frankreich verabschiedet wurde - den Internetzugang nach mehreren Filesharing-Vorgängen. Für seine Aussagen erhielt Bono harsche Kritik von Cory Doctorow. Der Blogger, Journalist und Science-Fiction Autor hat schon mehrere Bücher unter Creative Commons veröffentlicht und setzt sich für eine Liberalisierung des Copyrights ein. Er ist der Auffassung dass dieses nur den Handel, jedoch nicht die kostenlose Verbreitung einschließen sollte. Eine Sperrung von Internetzugängen hält er für unverhältnismäßig, da das Internet inzwischen das gesamte Leben umfasse.
Kommentare/Trackbacks lesen1) DJH schrieb am 05.1.2010 um 11:58 Uhr:
Er lässt da aber was wichtiges weg: Die kleinen Bands, die er hier als Verlierer beim Filesharing bezeichnet, sind auch die, die von den Profiten der Musikindustrie & Co. überhaupt nicht profitieren. Finde als kleine Band mal ein Label, das deine Musik zu fairen und auch für dich profitablen Bedingungen produziert. Und ab GEMA verliert man sowieso alle sicher geglaubten Rechte als Künstler.
Verhindern kann man den Tausch von den so bezeichneten „Immaterialgütern“ sowieso nicht – egal wie man es probiert. Früher hat man eben Musik aus dem Radio auf Kassette aufgenommen, heute gibt es andere Techniken, das Prinzip bleibt das gleiche: Was man hört und sieht, kann man auch aufzeichnen. Und Tauschen kann man das Zeug auch immer, notfalls eben über „Turnschuh-Netzwerk“ mit mobilen Datenträgern.
Die Frage ist also nicht, wie man Filesharing verhindern kann. Der richtige Ansatz wäre, die Leute wieder mehr zu motivieren, Originale zu kaufen. Nicht durch Repressalien wie DRM, was genauso kostenintensiv wie sinnvoll ist; das motiviert die Leute eher noch zum nicht-Kaufen. Eher erstmal dadurch, Transparenz zu schaffen, auch den Leuten klar zu sagen: Das und jenes dürft ihr (Stichwort Privatkopie), und dies und das dürft ihr nicht – anstatt die Leute zu belügen („Es gibt kein Recht auf Privatkopie“) oder jeden Käufer/Zuschauer zu kriminalisieren („Raubkopierer sind Verbrecher“).
Filesharing ist Sozialverhalten, die Musikindustrie ist das phöse Raubtier. Dieses Bild muss die MI loswerden, muss Teil des Sozialsystems werden (wieder: Transparenz, Ehrlichkeit), dann erst besteht die Chance, dass die Otto-Normal-Menschen Filesharing als „a-soziales“ Verhalten ansehen. [Das ist genauso wie in der Politik: Wer mit der Politik zufrieden ist, zahlt seine Steuern, wer aber sagt, die Politiker hören eh nicht aufs Volk und verschleudern das Geld, der neigt eher dazu, Steuern zu hinterziehen. Ehrlichkeit und Transparenz machens aus. Wie immer.] | 2) BPhoenix schrieb am 05.1.2010 um 14:51 Uhr:
Naja es wird aber immer wieder Leute geben die illegales Filesharing betreiben, selbst wenn es als asoszial angesehen wird oder die Musikindustrie sich anders verhält. Und ich denke, dass dies nicht gerade wenige sein werden.
Daher verstehe ich die Forderung gegen illegales Filesharing vorzugehen, was aber dieser Bono fordert ist totaler Blödsinn und anscheinend hat der Typ sich nicht einmal 5 Sekunden Gedanken gemacht bevor er so einen Dreck gefordert hat! Das was man tun sollte ist es die jenigen zu kriegen die illegal solches Material vertreiben und nicht alle zu überwachen um mal irgendwann einzelne Leute die sich vielleicht einmal einen Fehltritt er erlauben zu schnappen oder ihnen gar das Internet zu sperren... | 3) DJH schrieb am 06.1.2010 um 14:48 Uhr:
@BPhoenix: Klar, sag ich ja dass es die immer wieder geben wird. Es geht aber um die breite Masse. Die, die es wirklich in großem Maße machen, die finden einen Weg, so Filter oder Sperren zu umgehen. Die großen Fische kriegt man eh nie. Die kriegt man meistens nur klein, indem man ihnen die „Abnehmer“ wegfallen lässt. | 4) BPhoenix schrieb am 07.1.2010 um 14:01 Uhr:
Ich meinte aber auch dass ein großer Teil dies immer noch betreiben würde, klar nicht die breite Masse aber ein großer Teil von ihr.
Und was das mit den großen Fischen angeht. Das denke ich eher nicht. Es ist nur mehr Aufwand die großen Fische zu schnappen als staatliche Überwachungsmasnahmen zu etablieren die man dann auch noch für vieles andere Nutzen könnte und so dann sehr viele kleine Fische zu schnappen welche dann in Statistiken schöne Erfolgszahlen bringen würden.
Filesharer, also die großen die sowas anbieten können allerhöchstens Sperren und Filter umgehen aber dass diese ihre Spuren gut oder gar besser als kleine Cracker mit viel Wissen die in z.B. einen CIA Rechner einbrechen verwischen können bezweifel ich sehr stark und letztere werden mit Sicherheit relativ schnell geschnappt!
Übrigends gäbe es wenn man wollte mehr als genügend Mittel kleine Fische ohne jegliche staatliche Überwachungsmasnahmen zu schnappen. Soweit ich weis ist es zwar der Polizei nicht gestattet solche Dinge einzusetzen aber der Gesetzgeber könnte das im Handumdrehen ändern, jedoch scheinen diesem staatliche Überwachungsmasnahmen eher zu liegen und leider gibt es sehr viel Leute wie diesen Bono die da sogar mitschwimmen... | 5) DJH schrieb am 08.1.2010 um 15:07 Uhr:
Naja, im Großen und Ganzen meine Rede, nur: Man hört nur immer von denen, die geschnappt werden, logischerweise nicht von denen, die nicht geschnappt werden. Wenn du dir einen Server irgendwo im Ausland organisierst, von da aus Zeug rumschiebst, das du dann aufm Schwarzmarkt für Geld verkaufst (also richtig gewerbsmäßig), hast du in der Regel auch gut Ahnung, wie du dich da vor Zugriffen entziehst. Und wenn du eben irgendwo in Rumänien oder Bulgarien sitzt – da scheint die Polizei auch nicht gerade „kompliziert“ zu sein.
Aber richtig: Da man die nicht bekommt, bzw. das zu viel Mühe kostet, schnappt man sich lieber die kleinen Fische, und poliert seine Statistiken, wie erfolgreich man doch dagegen vorgeht, und wie toll diese und jene Sperrmaßnahme wirkt. „Traue keiner Statistik, …“ | 6) CL schrieb am 08.4.2010 um 13:10 Uhr:
Was für ein Müll! Der Mann hat echt keine Ahnung von dem was er da redet. "Die reichen Band werden immer reicher und die armen Bands immer ärmer"?! Total unlogisch. Es ist ja eher so, dass die Reichen dadurch ärmer werden und die Armen immer mehr zunehmen, demnach ja eine gesunde Mittelschicht entsteht.. Die Armen können sich doch eh die ganze Werbung nicht leisten, darum verteilen sie ihre Musik so im Netz, dass sie bekannter werden. Reiche Bands hingegen, verdienen nicht mehr so fett (ganz nebenbei U2 ;-) eben auch nicht mehr).
Ich glaube, das ganze hat einen anderen Hintergrund. Er will verhindern, dass die großen Bands kein Geld mehr bekommen und die Leute lieber die CDs kaufen sollen, was wiederrum den nicht so bekannten Bands nichts nützt!
Resultat wär, es würden wieder größtenteils Platten von den bekannten gekauft, weil der Rest in der Masse unter geht.
Zudem sind die Preise ja sowas von unverschämt TEUER! Bps. bezahlt man für eine Maxi CD 5-7Euro.. vollkommen abgehoben für ein paar Lieder.
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