Patent auf die Auflösung von Abkürzungen IBM hat ein Patent auf die Auflösung von in Chats üblichen Abkürzungen wie beispielsweise lol (laughing out loud) oder imo (in my opinion) genehmigt bekommen. IBM betont, dass ihre Entwicklung auch mehrdeutige Begriffe nach bestimmten Faktoren korrekt auflösen könnte. Als Beispiel führt IBM das eher unbekannte OMW an, welches für on my way oder oh my word stehen kann. In dem Patent beschreibt IBM ein System, das die Abkürzungen und ihre Komplettversionen in einer Datenbank abspeichert und nach verschiedenen Faktoren wie Benutzerpräferenz und Kontext die jeweilig passendste Version heraussucht. Meinung des AutorsEs ist fraglich, ob solch eine Technik tatsächlich patentwürdig ist und warum IBM sie angemeldet hat. Eine kontextabhängige Bewertung von Wörter (semantische Analyse) wird von jedem computerlinguistikschen Programm (z.B. Übersetzungssoftware) vorgenommen und ist keine Neuheit. Ginge es wirklich um das zugrundeliegende System, wäre es für IBM ratsamer gewesen, die Umsetzung intern geheim zu halten. Änderungshistorie- Meinung des Autors klar vom Text abgetrennt (durch Überschrift)
Kommentare/Trackbacks lesen1) SammysHP schrieb am 31.12.2009 um 15:11 Uhr:
Und wie sieht es mit Emoticons/Smilies aus? Was hat es für rechtliche Konsequenzen für z.B. Forenentwickler? Für fast alle großen Foren gibt es - wenn nicht schon vorhanden - PlugIns, die Abkürzungen mit einem Tooltip versehen. | 2) skoch schrieb am 31.12.2009 um 15:15 Uhr:
@SammysHP: Dürfte für Forenentwickler relativ harmlos sein, da die üblicherweise keine intelligente Umwandlung nach Benutzervorlieben vornehmen.
Ich verstehe allerdings immer noch nicht, warum IBM sowas zum Patent anmeldet und damit offenlegt. Außer sie haben natürlich Angst, dass ein Mitarbeiter es nach außen trägt. Oder sie wollen es irgendwie vermarkten, was mir bei sowas aber auch unmöglich vorkommt.
Man merkt aber brutal, wie aufgeblasen die Patente einfach sind. Hier wird in einem ganzen Abschnitt erklärt (ich schaff es in einem Nebensatz, aufpassen >>), dass die Rollen von Sender und Empfänger sich in Chatnachrichten oft abwechseln (Erklärung meinerseits fertig!):
"It should be noted that, in any text communication between two or more participants, the role of sender and recipient is likely to alternate. For example, a User A may send a text message containing terms to be converted to a User B. User B may receive that message and respond with another message, with respect to which User B is the sender and User A is the recipient. Thus, the role of sender and receiver is generally dynamic. " | 3) Opalinus schrieb am 31.12.2009 um 15:15 Uhr:
"Begründet wird die Technik damit, dass sich entsprechende Abkürzungen in der textbasierten Kommunikation per SMS oder Instant Messaging großer Beliebtheit erfreuen." Zitat aus golem.
Hat es die Umsetzung nicht auch geheimgehalten, bis jetzt? Immerhin wurde das Patent ja schon 2006 angemeldet. | 4) DJH schrieb am 31.12.2009 um 17:50 Uhr:
Also bei Patenten muss des Zeug wirklich im Detail dargelegt werden, wenn es ne Rolle spielt.
Ich hätte jetz erstmal „Schöpfungshöhe“ eingeworfen, aber das kontextsensitive Auflösen ist nicht so trivial, insofern könnte ich des sogar gelten lassen.
Trotz allem is des ein US-Patent, und die Frage ist, ob man beim EPA (Europäischen Patentamt) das Patent ebenfalls genehmigt bekommen könnte – denn es handelt sich dabei ja um einen Algorithmus, also ein mathematisches Konstrukt, und soweit ich weiß, kann man sich sowas bei uns nicht patentieren lassen (Müsste das jetz nochma recherchieren, aber in ner Std. geht die Silvesterparty los :D). Das is auch der Punkt, bei dem man an den üblichen anderen „Softwarepatenten“ angreifen könnte. [OT: Wobei ich den Eindruck habe, dass Patent- und Markenrecht n gutes Stück einfacher zu blicken ist als unser Steuerrecht XD]
Naja, nexem.-Team und -Leser, ich wünsch euch einen guten Start ins neue Jahr! (Und schießt mir keine Straßenlaternen o. ä. ab :D) |
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