Ab 11. Januar kein MS Word mehr

Hard- & Software   Admin Stefan Koch    23.12.2009, 15:39 Uhr  

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Ab dem 11. Januar darf Microsoft sein Office-Programm MS Word nicht mehr vertreiben, solange einige zweifelhafte Funktionalitäten nicht entfernt sind. Microsoft war zuvor im Sommer dieses Jahres von der kanadischen Firma i4i Inc. verklagt worden, weil diese ein XML-Patent namens Method and apparatus for structured document difference string extraction hält. i4i behauptet dabei, Microsoft verletze mit den neuen XML-Dokumenten für Word ihr Patent.

Microsoft ist nun auch mit seiner Berufung bei einem Bundesgericht gescheiert und muss bis zum 11. Januar für eine Lösung des Problems sorgen. Außerdem muss Microsoft eine Geldstrafe von 290 Millionen Dollar bezahlen.

Bisher vertriebene Versionen von Microsoft Word dürfen weiterhin eingesetzt werden, Microsoft darf auch für diese weiterhin Support leisten. Yahoo Tech empfiehlt Unternehmen, die unbedingt auf Microsoft Word angewiesen sind daher, sich bereits jetzt einige zusätzliche Kopien zu kaufen.

Korrektur

Diese Sperre gilt nur innerhalb der USA.

Kommentare/Trackbacks lesen

1) SammysHP schrieb am 23.12.2009 um 21:07 Uhr:

OK, bald soll ja auch Office 2010 rauskommen. Insofern könnte man es sogar fast als Vorteil auslegen, da schließlich die neue, teure Version gekauft werden muss und keine günstigeren Restbestände mehr.

2) accessburn schrieb am 24.12.2009 um 12:15 Uhr:

mein gott was ein käse...

Dann sollen Sie halt paar Prozent an i4i abdrücken ...
MS geht daran mit sicherheit nicht Pleite

3) Admin Xeco schrieb am 24.12.2009 um 12:51 Uhr:

Von SammysHP:

Ich habe mir die 34 Seite jetzt nicht komplett durchgelesen, aber machen Wikimedia sowie tausende andere Scripte und Programme das nicht genauso / sehr ähnlich?

Wenn sich MS nix einfallen lässt, dürfte das ein großes Problem werden, immerhin ist Word der De-facto-Standard im Textverarbeitungsbereich.

4) BPhoenix schrieb am 24.12.2009 um 13:21 Uhr:

Tja aber MS hat von dem Patent gewusst. I4i hat mit denen sogar verhandelt gehabt, MS hielt es nicht für nötig das Patent zu beachten also hat i4i geklagt und gewonnen. Da ist MS selber schuld, sie wollten eben nichts zahlen und nun müssen sie Strafe zahlen.

Übrigends geht es bei dem Patent meines Wissens nicht direkt um das Speichern von Text als XML und das Stylen mit einer Styleingsprache wie CSS sondern um die Art wie es gemacht wurde. Das Patent betrifft soweit ich weis nicht im geringsten das übliche Verfahren das im Internet angewendet wird nämlich HTML und CSS.

Ich bin froh über das Urteil, da nun einer der größten Verfechter von Softwarepatenten selbst eins auf den Deckel bekommt und nicht nur fröhlich andere verklagt. Ich selbst finde Softwarepatente auf relativ triviale Dinge wie das hier unsinnig, jedoch solange es das gibt sollen zumindest die Verfechter dieser dran knabbern müssen.

Hier mal was zu Patenten und Microsoft:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gates-macht-sich-fu er-Softwarepatente-in-Europa-stark-117081.html
http://winfuture.de/ne ws,28457.html
Und eine Menge mehr sogar relativ merkwürdiger Dinge welche aber nicht unbedingt stimmen müssen.

Und dass sich sich Microsoft und die Linuxgemeinde zusammentun um gegen Softwarepatente zu kämpfen :D. Ja womöglich aber nur solange es nicht um die eigenen geht...

5) SammysHP schrieb am 24.12.2009 um 14:58 Uhr:

@Xeco
Was ist denn mti meinem Kommentar passiert? Ging es um den Link zu der Patentbeschreibung, der in deinem Zitat fehlt?

http://www.freepatentsonline.com/5956726.pdf

@BPhoenix
E s geht nicht um das Speichern oder die Darstellung von XML, sondern um das Vergleichen von Dokumenten mit Berücksichtigung des Kontextes usw. (Beispiel Wikipedia mit "Versionen/Autoren", PSPad TextDiff...). Steht alles in dem Link drin.

6) BPhoenix schrieb am 24.12.2009 um 15:33 Uhr:

Ok deswegen sagte ich meines Wissens da ich das bisher nicht direkt gelesen habe.

Außerdem frage ich mich wieso es ein großes Problem sein sollte wenn es eine Zeit lang kein MS Office gibt! Ganz im Gegenteil das ganze ist eine ganz große Chance dass MS Office als De Facto Standard verschwindet und es so vielleicht mehr Abwechslung auf diesem Markt gibt!

7) Admin Stefan Koch schrieb am 24.12.2009 um 16:14 Uhr:

@SammysHP: Danke für den Link, allein vom Aufbau her sieht das Patent mal brutal unnötig aus. Es ist hier doch nur ein Struktorgramm für ein Programm abgebildet, welches nur die einzelnen Fragestellungen abarbeitet...

Bei heise gab es heute eine Meldung, dass es in den USA nun stärkere Anforderungen an Patente geben soll. Der Text ist allgemein ein bisschen arg abstrakt für mich und ich kann mir nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Gut klingt aber folgender Satz:

"Der Supreme Court hat den Fall angenommen und in der mündlichen Verhandlung im November Skepsis gegenüber Softwarepatenten erkennen lassen."


Ein für mich unverständlicher Abschnitt ist folgender:
"Das Urteil verweist darauf, dass patentierbare Programme oder Verfahren auf eine spezielle Maschine oder einen Apparat bezogen sein müssen. Zweite Anforderung für einen Patentschutz ist demnach, dass Software einen bestimmten Gegenstand in einen anderen Zustand oder eine andere Sache umwandeln und somit Wirkungen in der physikalischen Welt auslösen muss."
http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Patentamt-baut-neue- Huerde-fuer-Softwarepatente-auf-892354.html

Kann das mal jemand erklären?

8) SammysHP schrieb am 24.12.2009 um 16:15 Uhr:

Das Problem ist jedoch die Vernetzung von Unternehmen weltweit. Oder stell dir vor, du bis Arbeitest als Sekretär und wechselst den Arbeitgeber. Der nutzt ein anderes System, also musst du im Bereich der Textverarbeitung wieder Fortbildungen machen usw. Diese musst du natürlich aus eigener Tasche zahlen, denn sonst sucht sich der neue Arbeitgeber natürlich jemand anderes.

9) SammysHP schrieb am 24.12.2009 um 16:22 Uhr:

> "Zweite Anforderung für einen Patentschutz ist demnach, dass
> Software einen bestimmten Gegenstand in einen anderen Zustand
> oder eine andere Sache umwandeln und somit Wirkungen in der
> physikalischen Welt auslösen muss"

Die Software für ein Roboter, der Metallteile fräst?! Ich denke, irgendwer findet schon einen Grund, um es auf alles auszulegen. Reicht die Ausgabe auf dem Bildschirm (und damit die Änderung von Polarisationen der Kristalle bei TFTs) schon aus? :p

Wer hat da eigentlich eben die Korrektur nachgereicht? Nun, dann ist ja noch ein vergleichsweise harmlose Konsequenz.

10) Admin Xeco schrieb am 24.12.2009 um 19:06 Uhr:

ja, ging um den Link. Der war am Anfang zu lange und hat links das Layout zerstört.

11) Admin Stefan Koch schrieb am 25.12.2009 um 23:13 Uhr:

@SammysHP: Das war ich selbst, nach Hinweis durch einen Freund. Hatte nicht daran gedacht, weil es im Original-Artikel nicht erwähnt war (klar, die Amerikaner - war ja ein US-Artikel - sind nunmal betroffen).

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