Störsender in Gefängnissen auch in Nordrhein-Westfalen

Die Welt   Admin Torben Fritsche    28.11.2007, 22:10 Uhr  

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Nach langen Diskussionen um Störsender für Mobiltelefone in Gefängnissen plant das Land Nordrhein-Westfalen nun die Umsetzung der Störsender. Damit will das Bundesland eine Ausweitung krimineller Aktivitäten auf die Justizvollzugsanstalten verhindern. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter von der CDU will in allen 37 Gefängnissen des Landes Störsender einbauen, um den Mobilfunk damit innerhalb des Geländes lahm zu legen.

Obwohl Handys in Gefängnissen verboten sind, werden sie regelmäßig hineingeschleust. Mit dem Vorhaben soll nun verhindert werden, dass die Gefangenen weiterhin kriminelle Geschäfte über ihr Mobiltelefon tätigen oder Fluchtversuche planen. „Zahlen liegen zwar nicht vor, aber wir wissen, dass bei einem Durchlauf von 40.000 Gefangenen pro Jahr so etwas passiert“, sagte ein Ministeriumssprecher der Zeitung.

Das Vorhaben trifft allerdings auch auf scharfe Kritik: „Störsender bringen wenig und schaden viel“, so der Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Der IT-Branchenverband wies darauf hin, dass Störsender für Frequenzen innerhalb des Geländes zahlreiche Nebenwirkungen mit sich zögen. Zumal man offensichtlich keine genauen Statistiken über die Mobiltelefonnutzung innerhalb der Justizvollzugsanstalten hat.

Das NRW-Justizministerium sieht der ganzen Angelegenheit trotz allem optimistisch entgegen. Die Installation der Störsender werde die Techniker zwar vor besondere Herausforderungen stellen, das Ministerium hält die Probleme aber für lösbar. Ein Sprecher des Justizministeriums meinte zur WAZ: „Ein Bürger, der zufällig an der JVA vorbeiläuft, muss weiter telefonieren können.“

Quelle: heise.de