Am zwölften September 2009 fand die „Freiheit statt Angst”-Demonstration gegen Überwachung und Zensur statt. Hierbei kam es jedoch zu Gewalt durch die Polizei. Ein im Internet kursierendes Video zeigt einen friedlichen, an der Demonstration unbeteiligten Fahrradfahrer, der beim Versuch eine Anzeige gegen einen Polizisten aufzugeben von einem weiteren Polizisten gepackt und in eine Gruppe von Ordnungshütern geschleudert wird, die dann brutal auf den Demonstranten einschlägt. Das Video wurde vom CCC Berlin hochgeladen. Der Verein erbittet weiteres Beweismaterial, Details und Angaben zu den Personalien der Polizisten an mail (at) ccc.de zu senden. Die Presse ist dazu eingeladen das Video zu verwenden. Weitere Informationen hierzu sind bei presse (at) ccc.de erhältlich.
Das Video ist bei YouTube und zum Herunterladen in einer 250 MB großen hochauflösenden (Mirror) und 58 MB großen niedrigauflösenden Variante verfügbar. Firefox Nutzer können das Video direkt im Browser anschauen.
Update: Wie ein Augenzeuge berichtet handelte es sich bei dem Opfer der Polizeigewalt nicht um einen Demonstranten sondern um einen Unbeteiligten.
Die Berliner Polizei nahm inzwischen zu dem Vorfall Stellung. Nach den Darstellungen der Polizei fand versuchte Gefangenenbefreiung statt.
Allerdings berichtet ein Blogger, der den Vorfall beobachtet hat, dass für ihn keine versuchte Gefangenenbefreiung zu erkennen war.
1) BPhoenix schrieb am 13.9.2009 um 01:54 Uhr:
Ich hoffe dass jedes einzelne dieser verdammten Schweine in den Knast kommt und am besten auch der Schlüssel für immer weggeworfen wird.
Das sind ja schon fast Zustände wie mit der SS und SA! |
2) Vulcanraven schrieb am 13.9.2009 um 02:06 Uhr:
Und die Polizei ist für die Sicherheit im EInsatz, einen scheiß ist sie hoffentlich kriegen diese Bullenschweine ihre Strafe! |
3) DJH schrieb am 13.9.2009 um 02:10 Uhr:
Ich bin ja gespannt, ob da auch was rauskommt. Wahrscheinlich werden da so lange Akten hin- und hergeschoben, bis die Sache erledigt ist.
Eigentlich sollte man den/die Kontaktbeamten ("Kontaktpolizist", sollte es eigentlich in jeder größeren Ansiedlung geben) des eigenen Wohnbezirks fragen, was er davon hält und auch, was man tun kann, wenn man in so eine Situation gerät bzw. geraten ist. Ist ja eigentlich seine Aufgabe, da Infos zu geben, und außerdem wird dann (vielleicht) auch den "Bürohengsten" klar, dass sich die Leute damit beschäftigen und dass sie das besorgt.
Eigentlich. |
4) Funatiker schrieb am 13.9.2009 um 02:14 Uhr:
Ich denke nicht, dass die Verantwortlichen im Knast landen und der Schlüssel weggeworfen wird. Eher landet die Akte am Archiv, dessen Schlüssel dann weggeworfen wird.
Doppelplusungut. |
5) BPhoenix schrieb am 13.9.2009 um 02:57 Uhr:
Befürchte ich auch, denn auf Gerechtigkeit hoffen ist leider nicht ausreichend... |
6) gh schrieb am 13.9.2009 um 03:20 Uhr:
das ist sehr extrem. |
7) BPhoenix schrieb am 13.9.2009 um 13:50 Uhr:
gh meinst du mich oder die Polizisten? |
8) Mango Bango schrieb am 13.9.2009 um 16:03 Uhr:
Um mal einige Eindrücke der restlichen Demo zu bekommen -> hier gibts 301 Foto der Demo
http://worldofmisanthropia.wordpress.com/2009/09/13/freiheit-sta tt-angst-in-berlin-12-09-09/ |
9) dabeigewesen schrieb am 13.9.2009 um 20:59 Uhr:
Ich bitte um eine Korrektur des Artikels; bei dem dem Mann der von der Polizei angegriffen wurde handelte es sich nichtmal um einen Demonstranten, sondern um einen Fahrradfahrer der die Straße entlangfuhr als die Polizei gerade versuchte selbige Straße zu räumen, da sich dort Demonstranten sammelten die gegen eine grundlose Festnahme protestierten. |
10) V for Vendetta schrieb am 13.9.2009 um 21:25 Uhr:
Laut einem ZDF-Bericht aus diesen Jahr wurden letztes Jahr nur in Berlin ca 3000 Anzeigen gegen Polizisten gestellt.
Verurteilt wurden letztendlich 5!
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11) BPhoenix schrieb am 13.9.2009 um 21:40 Uhr:
Ziemlich traurige Zahlen... |
12) Funatiker schrieb am 14.9.2009 um 00:05 Uhr:
@dabeigewesen Vielen Dank für deine Korrektur! Natürlich werde ich das in den Artikel einbauen! |
13) Stephan schrieb am 14.9.2009 um 12:36 Uhr:
Das sind fast Verhältnisse wie bei der SS oder SA, wird Zeit, dass der einfach Bürger sich genau so wehrt wie das damals der Fall war (z.B. Rotfrontkämpfer-Bund) Da wurden ganze Hundertschaften von SA-Schregen nach solchen Überfällen kräftig vermöbelt. Genau DAS fehlt den Bullen heute, sonst würden sie sich solche Übergriffe von vornherein nicht wagen, sondern sich überlegen, wen sie grundlos/wehrlos ins Gesicht schlagen. |
14) skoch schrieb am 14.9.2009 um 17:48 Uhr:
@Stephan: Hab ich kürzlich auch gelesen. Die Gruppen gehörten aber irgendwie alle zu den politischen Parteien (selbst die SPD hatte so eine Gruppe: "Reichsbanner Schwarz Rot Gold"), während die SA ja auch zur NSDAP gehörte.
Die Polizei allerdings gehört keiner Partei, sondern dem Staat selbst an. Und sie unterscheidet nicht zwischen Rechts oder Links.
Ich glaube nicht, dass es unbedingt Gewalt braucht, um die Ohnmacht zu bekämpfen. Wichtiger wäre meines Erachtens eine unabhängige Kommission, die bei solchen Fällen ermittelt. Wenn die Polizei das aktuell selbst übernimmt, ist es natürlich klar, dass da wenig rauskommt. |
15) Alex (realEuro) schrieb am 14.9.2009 um 18:57 Uhr:
Hier noch ganz interessant, ein Dokument des Anwalts (des Fahrradfahrers) im Bezug auf die Stellungnahme der Polizei:
http://berlin.ccc.de/~andy/tmp/PE-EISENBERG_14-09-09.pdf |
16) Stupor schrieb am 14.9.2009 um 20:08 Uhr:
Da ist ja gehörig was schief gegangen, bei den Berliner Ordnungshütern! Ich denke, das ganze Malheur ist dadurch entstanden, dass die Polizisten in dem Augenblick gar nicht registriert hatten, dass sie gerade nicht durch einen Polizeihelm vermummt waren. Und weil's eben in Fleisch und Blut steckt, dreschen sie fröhlich drauf los. Nun ist guter Rat teuer und die Polizei versucht schnell eine Geschichte zu stricken, bei der am Ende der Radfahrer ein gemeingefährlicher Terrorist ist. Die Pressemitteilung der Polizei hat sich wahrscheinlich deshalb verzögert, weil sie erst einmal der ganzen Einheit die „offizielle“ Version des Vorfalls eintrichtern musste.
Mein Vorschlag: Alle Polizisten, die diese durch das Video wohl kaum untermauerte Version bezeugen, unter Eid denselben Inhalt noch einmal wiedergeben lassen. Bei Widerlegung dieser Version die gesamte Einheit aus dem „öffentlichen“ Verkehr ziehen.
Mich erinnern die Szenen stark an Polizeiauftritte in Moskau – und mit welchem Recht belehren unsere Volksvertreter Länder wie China und Russland in Sachen Menschenrechte, wenn Schäuble hierzulande ganz ungeniert seine Schlägerschwadrone ausgerechnet für eine Demo mit dem Motto „Freiheit statt Angst“ von der Kette lässt???
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17) Timo schrieb am 15.9.2009 um 08:51 Uhr:
Das schlimme ist, dass der "Prügelpolizist" von seinen Kollegen gedeckt und abgeschirmt wird. Ein anständiger Polizist hätte das Opfer und nicht den Agressor in Schutz nehmen müssen.
Eine anständige Pressestelle der Polizei hätte zudem nicht mit Lügen versucht Straftäter in ihren Reihen zu schützen.
Wenn Unrecht von der Polizei so wie in diesem Fall gefördert wird sind wir schlimmer dran als wenn wir nur ein "schwarzes Schaf" gehabt hätten. |
18) Funatiker schrieb am 15.9.2009 um 18:06 Uhr:
Das Problem ist, dass es eine Seltenheit ist, dass es Beweismaterial wie Videos gibt. Daher kann man nicht von schlechten Erfahrungen mit den entsprechenden Polizisten reden und hat eben keinen Grund sie hart zu bestrafen bzw. den Vorfall öffentlich zu kritisieren. |
19) BPhoenix schrieb am 16.9.2009 um 16:21 Uhr:
Hier gibt es einen wirklich tollen Artikel der die ganze Sache aus Sicht eines Kampfsportlers erläutert und der auch mit Ausbildern der Polizei zu tun hatte, denn auch Polizisten kennen oder sollten zumindest einige Dinge hierraus kennen:
https://tepin.aiki.de/blog/archives/...er-Gewalt.html
Eigent lich wird da der Hauptgrund genannt wieso ich mich über diesen Fall so gewaltig aufrege, was wahrscheinlich auch auf ein paar andere hier zutreffen dürfte.
Und wenn man mal vor einem Kampfsportler oder jemandem der eine ähnliche Ausbildung genossen hat (sowie Polizisten eigentlich) stand, weis man wie leicht man ohne irgendwelche Verletzungen relativ "sanft" überwältigt werden kann.
Meiner Meinung gibt es für diesen Fall einfach keine Entschuldigung. |
20) BPhoenix schrieb am 16.9.2009 um 16:51 Uhr:
Das hier ist der richtige Link: https://tepin.aiki.de/blog/archives/422-Intensitaetsstufen-koerperlich er-Gewalt.html |