Piratenpartei erhält Politikaward

Die Welt   Admin Stefan Koch    26.11.2009, 22:49 Uhr  

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Üblicherweise dürften IT-Kenner sich weniger mit dem Politikaward beschäftigen, doch dieses Jahr kann sich dies ändern. Obwohl keine Nominierung vorhanden war, hat die Piratenpartei dieses Jahr einen Politikaward in der Kategorie Kampagnen von politischen Institutionen erhalten. Die Jury war einstimmig der Meinung, dass die PIRATEN für ihr politisches Engagement einen Preis erhalten sollten.

Der Politikaward beschreibt sich selbst wie folgt:

"[...] der Politikaward [...] - die renommierteste Auszeichnung für Arbeiten aus dem Bereich der politischen Kommunikation. Er prämiert sowohl Politiker als auch Profis der Kommunikationsbranche für ihre Leistungen in Wahlkämpfen und für politische Kampagnen."
politikaward.de

Entwicklung der Piratenpartei

Die Piratenpartei hat sich im Jahre 2006 als Antwort auf die schwedische Vorlage (Piratpartiet) gegründet. Die Mitgliederzahl und auch das mediale und öffentliche Interesse blieben allerdings lange Zeit aus. Erst mit zunehmenden Forderungen nach staatlicher Überwachung wuchs das Interesse an der Partei, da diese sich nun auch einbringen konnte.

Den ersten wichtigsten Aufhänger stellte Wolfgang Schäuble dar, der neben dem Ausbau von Überwachungskameras und der Kontrolle informationstechnischer Systeme u.a. auch den Abschuss von Passagierflugzeugen forderte. Letzteres Vorhaben wurde vom Bundesverfassung als verfassungswidrig erkannt, stärkere Kontrollen konnten allerdings teilweise durchgesetzt werden. Dies nutzte die Piratenpartei zum Anlass von Protesten und - zusammen mit anderen Bürgerrechtsorganisationen - auch Demonstrationen, wie z.B. die Großdemonstation Freiheit statt Angst in Berlin (2008 und 2009).

Als Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen schließlich die Zensur des Internets forderte und dabei - auch gegen den Willen von Opfern - immer wieder Kindesmissbrauch ins Feld führte, begann ein starker Anstieg der Mitgliederzahl. Vorangetrieben wurde dieser außerdem von der Tatsache, dass eine Petition gegen die Internetzensur von der Regierung ignoriert wurde. Aufgrund der bevorstehenden Wahlen (Europaparlament und Bundestag) hielt das Wachstum bis zum Oktober / November 2009 an und erreichte eine Zahl von inzwischen über 11.000 Mitgliedern (Frühjahr 2009: ca. 1000).

Bei den Wahlen konnte sie ebenso ein stetiges Wachstum an Stimmen verbuchen. Wurden bei der Wahl zum Europaparlament noch 0,9% geschafft, so waren es bei der Bundestagswahl schon 2,0%. Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen konnte die Partei sogar jeweils ein Mandat den Stadträten von Aachen und Münster erlangen.

Die Piratenpartei hat es geschafft, in nur drei Jahren die nach der Mitgliederzahl größte Partei nach Bündnis 90/Die Grünen zu werden - und das, obwohl sie bisher noch keine staatlichen Mittel erhalten hat. Die komplette Öffentlichkeitsarbeit wurde durch Spenden und Mitgliederbeiträge finanziert.

Kommentare/Trackbacks lesen

1) GottZ schrieb am 28.11.2009 um 10:37 Uhr:

nujo.. nun sinds 134015 Mitzeichner und 11208 Forenbeiträge bei der petition

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