Hausdurchsuchung bei der Piratenpartei

Die Welt   Admin skoch    19.9.2008, 19:56 Uhr  

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Beim Pressesprecher der Piratenpartei wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt, weil die Partei aufgedeckt hatte, dass bayrische Behörden bereits jetzt Trojaner auf Computer von Verdächtigen schleusen, um Skype-Verbindungen abzuhören. Der Partei war von einem anonymen Informanten ein Dokument zugespielt worden, in welchem die Preise der benötigten Programme sowie das Verhältnis zum Hersteller angesprochen wurden.

Von der Piratenpartei wird diese Aktion als Bestätigung der Existenz dieses Trojaners gewertet, da die Behörden ansonsten nicht nach Kontaktdaten zum Informanten suchen müssten.

Außerdem wurde ein Server des ehemaligen politischen Geschäftsführers beschlagnahmt, auf welchem wahrscheinlich auch Daten zum Informanten vermutet wurden. Da die Festplatte allerdings verschlüsselt wurde, wird es für die Behörden auch hier schwierig werden. Die Kontaktdaten des geheimen Informanten werden sicherlich sowieso nicht auf diesem Server liegen.

Einige Zeit später wurde dem gleichen Parteimitglied ebenfalls der Zugriff auf die Universitätswebseite - höchstwahrscheinlich ebenfalls durch die Behörden - gesperrt. Der Betroffene wurde weder über die Beschlagnahme des Servers noch über die Sperrung des Universitäts-Accounts informiert, weshalb auch nicht sicher ist, ob die Sperrung wirklich durch offizielle Behörden veranlasst wurde.

Quellen und weitere Informationen:
piratenpartei.de
piratenpartei.de

Kommentare/Trackbacks lesen

1) joman schrieb am 20.9.2008 um 14:07 Uhr:

Der Betroffene wurde weder über die Beschlagnahme des Servers noch über die Sperrung des Universitäts-Accounts informiert, weshalb auch nicht sicher ist, ob die Sperrung wirklich durch offizielle Behörden veranlasst wurde.

Ist das überhaupt rechtens?
Darf man da nicht dagegen klagen? (Unlautere Ermittlungmethoden)

2) BPhoenix schrieb am 20.9.2008 um 16:10 Uhr:

Bei der jetzigen Regierung ist alles rechtens sofern es vom Staat kommt...

3) Admin Milan schrieb am 20.9.2008 um 17:26 Uhr:

Sehr interessanter Artikel. Allerdings würde der Artikel objektiver wirken, wenn auch noch andere Quellen verwendet worden wären. Z.B. den Artikel bei der taz oder bei der Sueddeutschen. (Wollte Links zu den entsprechenden Artikeln einfügen. Hat aber leider nicht funktioniert)
Liebe Grüße, Milan

4) Admin skoch schrieb am 20.9.2008 um 17:56 Uhr:

Schreib sie doch einfach in den Kommentaren. Aber taz und Süddeutsche haben ihre Informationen im Grunde ja auch von der Piratenpartei, nicht? Also wenn man mal weiter denkt, dann ist es am Ende nur SCHEINBAR objektiver *g* Gut vielleicht meintest du das mit dem Wörtchen "wirken" genauso.

5) Admin Milan schrieb am 20.9.2008 um 18:43 Uhr:

joa...

Wenn ich die Links poste, funktionieren sie nicht, weil Leerzeichen eingefügt werden.
http://www.sueddeutsche.de/computer/557/310486/text/ und http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/hausdur chsuchung-bei-der-piratenpartei/

Gruß, Milan

6) Admin skoch schrieb am 20.9.2008 um 21:23 Uhr:

"Ist das überhaupt rechtens?
Darf man da nicht dagegen klagen? (Unlautere Ermittlungmethoden)"

Ich kenne mich nicht wirklich damit aus, aber es kommt sicherlich noch dazu, dass sich der Betroffene im Moment im Ausland befindet. Zu welchem Zweck (nur Urlaub oder Auslandsstudium oder sonst etwas), weiß ich nicht. Sie hätten ihm aber zumindest auf seine Uni-eMail-Adresse eine eMail senden können, dass ein Server konfisziert wurde... Wenn sie schon von der Adresse wussten.

Der Aufenthalt im Ausland geht aus folgender Aussage hervor: "Durch meinen aktuellen Auslandsaufenthalt kann ich mich mit meinem Anwalt nur elektronisch in Verbindung setzen." (zweite piratenpartei.de-Quelle)