"Freiheit statt Angst" in Berlin

Die Welt   Admin zombie3456    11.10.2008, 16:55 Uhr  

In diesen Stunden findet in Berlin erneut die Demonstration „Freiheit statt Angst” gegen die Datensammelwut von wirtschaftlichen und staatlichen Stellen statt. Soeben hörte man im Stream von Radio 1984 den Präsidenten der freien Ärzteschaft, welcher über die elektronische Gesundheitskarte sprach. Der Präsident ist der Meinung, dass durch die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte das Vertrauen zwischen Krankem und Arzt „irreparabel beschädigt” werde. Seiner Erklärung nach sollen die Daten bei der neuen e-Card auf einem zentralen Großrechner gespeichert.

Außerdem wurde eine Rede von einem Opfer staatlicher Überwachung gehalten. Die Rednerin berichtete, dass von den Behörden zwei Durchsuchungen durchgeführt wurden, weil sie die Freundin eines zu Unrecht terroristisch Verdächtigen sei. Dabei sei die zweite Durchsuchung nur zustande gekommen, weil die Behörden etwas bei der telefonischen Überwachung falsch verstanden hätten.

Während diesen Ansprachen wurde auch eine Schätzung von ungefähr 30.000 Besuchern abgegeben. Dies wäre die doppelte Anzahl zum letzten Jahr, als sich 15.000 Demonstranten versammelt hatten. Auch netzpolitik.org schreibt in twitter, dass „definitiv mehr Menschen als beim letzten Mal” dabei seien. Nach Aussage eines Mitarbeiters von RadioTux reiche die Altersverteilung der Demonstranten von Schülern bis hin zu „alten Omis”.

Im Vorfeld zur Demonstration sagte Sven Lüders von der Humanistischen Union gegenüber tagesschau.de bereits, dass sich immer mehr technisch wenig vertraute Menschen für Datenschutz interessieren und Ideen wie die Steueridentifikationsnummer mit Zweifel betrachten würden.

"Wir erleben eine neue Generation, die mit ihren Computerdaten sorgsamer umgeht, die merkt, dass es ganz neue Anforderungen an den Datenschutz gibt. Wenn es um Themen wie Adresshandel oder die Einführung der einheitlichen Steuernnummern geht, erleben wir beispielsweise großen Zuspruch auch von technisch weniger versierten Bürgern - Arbeitern, Angestellten oder Hausfrauen. Sie machen sich Gedanken darüber, was mit ihren Daten passiert."
Sven Lüders gegenüber tagesschau.de

Die Abschlusskundgebung hat noch nicht begonnen, da einige Menschen noch auf dem Weg sind. Es wurden auch bereits Bilder von der Demonstration veröffentlicht.

Aktualisierung: Soeben liest man im Netzpolitik-Twitter, dass padeluun „100.000 Teilnehmer” verkündet. Diese Zahl wurde auch vom Pressezelt gegenüber Radio1984 bestätigt.

Aktualisierung 2: Inzwischen hat die Abschlusskundgebung begonnen.

Aktualisierung 3: Die Demonstration ist nun vorüber, es wird inzwischen von mehreren Stellen von 50.000 Teilnehmern gesprochen. Als Mittelwert zwischen verschiedenen Schätzungen erscheint dies auch plausibel.

Anmerkung des Autors: In diesem Zusammenhang kann ich das Schwarzbuch Datenschutz empfehlen, in welchem über die schlimmsten Vergehen von 2000 bis 2005 berichtet wird. Es wurde u.a. von padeluun, einem Mitveranstalter der Demonstration, geschrieben.

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Kommentare/Trackbacks lesen

1) Admin Christian Blechert schrieb am 11.10.2008 um 17:32 Uhr:

Hoffentlich kommen die mal wieder irgendwann zur Besinnung...

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